Geschichte des Cranach-Altars wird neu geschrieben
Nachricht vom 18.März 2014
Der weltberühmte Cranach-Altar in der Herderkirche ist kein Gemeinschaftswerk von Vater und Sohn. Das will heute der Kölner Cranach-Experte Gunnar Heydenreich in Weimar beweisen. Die Forschungsergebnisse des Kunstprofessors sind Gegenstand einer am Vormittag im Goethe-Nationalmuseum beginnenden zweitägigen Wissenschaftstagung der Klassik-Stiftung. Heydenreich hat das Altargemälde unter anderem mit Infrarot-Technik untersucht und mit Hunderten anderer Gemälde der Cranachs verglichen. Sein Schluß: das Triptychon ist ausschließlich von Lucas Cranach dem Jüngeren ausgeführt worden, "von der Vorzeichnung bis zum letzten Pinselstrich". Bisher war die Kunstwelt davon ausgegangen, der in Weimar verstorbene Cranach der Ältere hätte das Bild in seinem Todesjahr begonnen und der Sohn habe es später vollendet. Daß dem nicht so ist, wird inzwischen auch von der Kunsthistorikerin Karin Kolb vertreten, die die Weimarer Tagung leitet. Kolb hat über Cranach promoviert und bereitet für die Klassik-Stiftung die Ausstellung "Cranach in Weimar vor. Sie wird 2015 zum 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren im Schiller-Museum gezeigt. (wk)
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