Aktuell - Nachrichten
Weimar-Nachrichten vom 11. Februar 2014
Klassik-Stiftung saniert Schillers Wohnhaus
An Schillers Wohnhaus werden Touristen in diesem Jahr immer wieder vor verschlossenen Türen stehen. Sieben Monate, vom 5. Mai bis 30. November, bleibt eines der Weimarer Besuchermagnete wegen Sanierung geschlossen. Die Klassik–Stiftung hat gestern umfangreiche Baumaßnahmen angekündigt. Das Haus müsse für die Zukunft gesichert werden, hieß es. Geplant sind vor allem die Instandsetzung der Fußböden und Fenster. Solange müssten alle Möbel raus. Zum Schiller-Museum wird eine Glastrennwand zwischen Foyer und Treppe eingebaut. Sie soll die klimatischen Bedingungen im Museum absichern, um im nächsten Jahr dort die Ausstellung "Cranach in Weimar" zeigen zu können. -
Das Schillerhaus wird jährlich von rund 90-tausend Touristen besucht. Mehr als 160-tausend strömen in Goethes Wohnhaus. Das soll im kommenden Jahr saniert werden.
(wk)
Bach-Verein appelliert an Kulturstaatsministerin
Der Verein "Bach in Weimar" hat jetzt einen Appell an Kulturstaatsministerin Monika Grütters gerichtet. Sie wird aufgerufen, sich persönlich für das Vereins-Projekt "Neues Bachhaus Weimar" einzusetzen. Der Appell ist von prominenten Unterstützern mitunterzeichnet. Zu denen gehören unter anderen Medizin-Nobelpreisträger Günter Blobel, Literaturnobelpreisträger John Coetzee und Stardirigent Nikolaus Harnoncourt. Unter der Überschrift "Kulturstätte statt Parkplatz" ist auch eine Online-Petition ins Netz gestellt worden, um Unterschriften zu sammeln. -
Der Verein setzt sich seit sieben Jahren dafür ein, auf der Grundfläche des ehemaligen Weimarer Wohnhauses von Johann Sebastian Bach, dem späteren Hotel "Erbprinz" neben dem "Elephanten", ein "Neues Bachhaus Weimar" zu errichten. Hintergrund für die jetzige Aktivität ist der diesjährige 300. Geburtstag von Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel, der 1714 an der Stelle zur Welt kam.
(wk)
LKA setzt für Ballstädt "Ermittlungsgruppe-Rechts" ein
Zum Neonazi-Überfall von Ballstädt wird jetzt von der Sonder-"Ermittlungsgruppe-Rechts" des Landeskriminalamtes ermittelt. Die "ZESAR" genannte Einheit sei bereits unmittelbar nach dem Übergriff von der Polizei in Gotha alarmiert worden, hieß es gestern vom LKA. Auch Thüringens Innenminister Jörg Geibert bestätigte inzwischen, daß die Gewalt "vom rechten Bereich" ausgegangen sei. Bislang wollten sich Polizei und Staatsanwaltschaft nicht festgelegen. -
Thüringens Bundestagsabgeordnete der Linke, Martina Renner verwies darauf, daß einer der Angreifer sofort als Mitglied der bereits öfter im Ort aufgefallenen Neonazi-Gruppierung erkannt worden sei. Sie kritisierte erneut das Versagen des Verfassungsschutzes. Noch in der Vorwoche habe ein Referent neonazistische Strukturen in Thüringen und gerade auch in Ballstädt verharmlost. Die Landtagsabgeordnete der Linke, Katharina König kündigte an, den Überfall im Innenausschuss zu thematisieren. Thüringens SPD-Sozialministerin Heike Taubert forderte, endliche eine nachhaltige Reform des Thüringer Verfassungsschutzes auf den Weg zu bringen. -
Unterdessen meldet die Polizei, daß in Apolda erneut das "Prager-Haus" angegriffen wurde. In der Nacht zum Montag hätten Unbekannte das Schauglas an der Eingangstür zerstört und Plakate abgerissen. Das Haus ist Gedenkstätte für den von den Nazis ermordeten einstigen jüdischen Besitzer Bernhard Prager. (wk)
Bündnis gegen Rechts erinnert an Busanmeldungen
Das Weimarer Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus hat noch einmal an die Anmeldungen für die Busmitfahrt nach Dresden erinnert. Aufgerufen wird zum Protest gegen den dortigen erneuten sogenannten "Gedenkmarsch" von Neonazis am 13. Februar. Die Busse mit den Weimarer Engagierten sollen am kommenden Donnerstag gegen 11 Uhr abfahren. Mit einer Rückkehr sei gegen 1 Uhr zu rechnen, heißt es im Aufruf. Die Abfahrt sei so früh, weil man in Dresden bereits am sogenannten "Täterspurenmahngang" teilnehmen wolle. Erwartet werde ein ebenso großer Erfolg wie im vergangenen Jahr. Da hatten friedliche Blokaden von rund 5.000 Protestlern den Nazi-Aufmarsch teilweise verhindert.
(wk)
Niedergrunstedt lädt zur Besprechung "Lindenfällung"
Wegen der gefällten Dorfeingangslinde in Niedergrunstedt hat der Ortsteilrat für heute zu einer öffentlichen Sitzung eingeladen. Die Stadtverwaltung soll die Umstände und Hintergünde noch einmal selbst darlegen, heißt es. -
Die Fällung hatte im Ort großen Ärger ausgelöst. Die Linde am Dorfeingang ist in Niedergrunsted Teil des Ortswappens und Symbol der Kirmesgesellschaft. Den Baum hatte die Stadtverwaltung ohne Vorankündigung abgesägt. Inzwischen wurde die fehlende Information bedauert. Der Baum sei seit Jahren krank und nicht mehr standsicher gewesen, hieß es. Es werde eine Ersatzpflanzung geben. Anwohner vermuteten, die Linde würde die vor drei Jahren direkt davor aufgestellte Blitzersäule "bei der Arbeit" stören.
(wk)
Stadt schreibt Menschenrechtspreis aus
Die Stadt Weimar hat jetzt zum 20. Mal ihren Menschenrechtspreis ausgeschrieben. Er soll Frauen und Männer ehren, die sich trotz staatlich sanktionierter Gewalt oder Verfolgung für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Der Preis wird an Gruppen oder Einzelpersonen vergeben, die an Leib und Leben gefährdet sind. Bis zum 30. April können alle Bürger Kandidatenvorschläge an die Ausländerbeauftragte der Stadt Ulrike Schwabe im Büro für Chancengleichheit einreichen. -
Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung verleiht Weimar seit 1995 jeweils am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte. Der 19. Preis ging im vergangenen Jahr an den brasilianischen Indianerführer Benki Piyãko.
(wk)
DFG zahlt weiter für Wieland-Edition
Die historisch-kritische Wieland-Gesamtausgabe wird auch in den nächsten Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützt. Wie gestern die Schiller-Universität mitteilte, soll das 2007 gestartete Vorhaben für drei weitere Jahre jährlich 350-tausend Euro erhalten. Die Jenaer Uni verantwortet die Edition zusammen mit der Weimarer Klassik-Stiftung und der Wielandforschungsstätte in Oßmannstedt. Die gesamten literarischen Werke und Übersetzungen von Christoph Martin Wieland sollen 2019 vorgelegt werden. Elf der insgesamt 36 Bände sind schon gedruckt. -
Die sogenannte Oßmannstedter Ausgabe wäre die erste vollständige und kommentierte Wieland-Edition, heißt es. Als Herausgeber fungieren der Jenaer Germanist Klaus Manger und der Hamburger Wieland-Experte Jan Philipp Reemtsma.
(wk)
Weimar-GmbH übernimmt Vorsitz der Congress Allianz
Die weimar GmbH hat jetzt für zwei Jahre die Geschäfte der sogenannten Congress-Allianz übernommen. Zu dem Verbund von neun Kongresshäusern in Deutschland gehört Weimars "congresszentrum neue Weimarhalle" seit der Gründung vor fast 10 Jahren. -
Weimar-GmbH-Geschäftsführerin Ulrike Köppel übernahm den Vorsitz von Andreas Kuchajda, Geschäftsführer von RuhrCongress Bochum. Damit ist die Weimarhalle unter anderem federführend für die Organisation der gemeinsamen Messeauftritte, der turnusmäßigen Treffen von Geschäftsführern und Projektleitern sowie den Mitarbeiteraustausch. Die gemeinsamen Aktivitäten der nächsten Monate wurden zum jetzigen Jahresanfangstreffen in Weimar besprochen.
(wk)







