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Tonspur

Tonspur vom 02.02.2014

Maximo Park - Too Much Information -
Genau 10 Jahre ist es her, dass Maximo Park ihre erste Single veröffentlichten, 2005 folgte das Debutalbum „A Certain Trigger“. Die Band aus Newcastle wurde damals auch von der großen Indie-Welle getragen, die von Großbritannien aus die internationalen Charts mit neuen Bands wie Franz Ferdinand oder Bloc Party flutete. „A Certain Trigger“ begeisterte mit energiegeladenen Melodien, hitzigem Gesang und klugen Texten. Auch mit den Folgealben konnte die Band begeistern und im Gegensatz zu den Arctic Monkeys legten Maximo Park auch nie ihren wunderbaren nordenglischen Dialekt ab.

Mit „Too Much Information“ ist nun bereits das fünfte Maximo Park-Album erschienen und als bereits Ende letzten Jahres der Song „Brain Cells“ online zu hören war, hat das doch für einige Überraschung gesorgt. „Wo bitte sind die Gitarren?“ werden sich viele gefragt haben, denn statt Geschrammel war vor allem Elektronisches zu hören und der Gesang von Frontmann Paul Smith, der bei Konzerten wie ein Duracell-Hase über die Bühne springt, war ruhig, fast vorsichtig. „Brain Cells“ ist Maximo Park in Zeitlupe, ein unerwartetes, aber äußerst gelungenes Stück. Vor einigen Wochen erschien dann die Single „Leave this Island“, mit gewohnt eingängigen Melodien, aber auch hier – Entschleunigung und synthetische Klänge.

Auch wenn mir beide Songs gefallen, war ich doch etwas skeptisch – nur weil alle anderen in Elektronisch machen, mussten Maximo Park das doch nicht auch tun, ich hatte mich auf tanzbare Indie-Hits gefreut. Der erste Track auf „Too Much Information“ sorgte dann aber für Erleichterung, ein klassischer Maximo Park-Titel, der genauso gut aufs erste Album gepasst hätte. Und auch bei den anderen Liedern auf „Too Much Information“ zeigt sich, dass Maximo Park zwar experimentierfreudiger sind als je zuvor, von einer Neuausrichtung kann aber nicht die Rede sein. Die Band zeigt sich gereifter und vielseitiger.

Es gibt weiterhin schnelle Drums und laute Gitarren, aber dazwischen immer wieder ruhige Stücke. Das funktioniert bei „Brain Cells“ sehr gut, andere Titel plätschern aber vor sich hin, entwickeln aber einfach keine Dynamik. „I don’t know where we’re going“ singt Paul Smith auf dem letzten Track des Albums und dieser Satz scheint programmatisch. Manchmal hat man den Eindruck, dass Maximo Park sich nicht entscheiden konnten, welche Richtung die Lieder einschlagen sollen. Dennoch ist „Too Much Information“ insgesamt ein gelungenes Album, auch wenn es mich noch nicht begeistert. Vielleicht ist es aber auch eines dieser Alben, an denen man mit jedem Hören mehr Gefallen findet. Hören Sie am besten selbst, hier kommt „Leave this Island“.

(Katja Lehmann)

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