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Tonspur vom 17.03.2014

Nick Pride and The Pimp Tones – Rejuiced Phat Shake -

Sicherlich ist ihnen schon aufgefallen, das es Frühling geworden ist. Er ziert sich zwar noch etwas, aber er ist da und ich glaube er hat seinen großen Bruder den Sommer mitgebracht. Eine wunderbare Zeit, alles erwacht, alles strömt heraus, lungert in den Cafe´s herum, trägt große Sonnenbrillen, knotet sich alberne Schals um den Hals und stellt sich stundenlang in der Schlange beim Eismann an. Es laufen nur gut aussehende Frauen herum, gut manch einer ist auch zum ersten mal seit einem halben Jahr wieder draußen ist dementsprechend schlecht gelaunt, aber derüber kann man getrost hinweg lächeln.

Es gibt noch eine Besonderheit, etwa zwei drei Tage lang – als ganzjähriger Fahrradfahrer fällt einem das auf, normalerweise gibt es Bewegungsabläufe die jeder instinktiv befolgt, Sekundenbruchteile in denen man sich entschließt rechts oder links zu fahren, in denen man Abstände einschätzt. In diesen Tagen haben sich diese Abläufe noch nicht synchronisiert, alle fahren, laufen noch grob justiert durch die Gegend, bleiben voreinander stehen, lächeln sich im besten Fall an und geleiten sich charmant an einander vorbei.

Genau an diesem Tag flatterte ein Schwung neuer Platten aus dem Bereich Funk&Soul in meinem Briefkasten. Sicherlich ein Zufall aber in jedem Fall gutes Timing, für diese Art von Musik.

Aus dem fernen Newcastle kommt der Gitarrist und Prodzent Nick Pride. . Im Jahre 2007 beschließt er eine Band zu gründen. Mit seiner 6 Mann-Formation präsentiert er uns einen Cocktail aus Soul, Jazz & Funk, Rhythm & Blues, Disco, Latin, New Orleans Brass und Northern Soul. Den "Rejuiced Phat Shake" eben. So der Name des zweiten Album.
Das es in England schon lange eine Tradition in Sachen Soul gibt weiß man nicht erst seit den Erfolgen von Amy Winehouse und Adele Nick Pride reitet die Retrowelle mit und das gar nicht so schlecht, alles rollt, der Gitarrist spielt ein treibendes Stakkato, die Bläser spielen präzise und das Schlagzeug macht das was es soll, es treibt.

Dazu hat er für fast jeden Song eine anderen Sänger oder Sängerin ins Studio geholt.
"Ich schreibe meine Songs mit einer bestimmten Stimme im Kopf. Also macht es Sinn, wenn wir mit verschiedenen Sängern aufnehmen. So bleiben wir nicht auf einen Stil limitiert und können die gesamte Bandbreite, die unser Genre bietet, ausnutzen. Das ist es, was uns am Ticken hält." erzählt Nick Pride im Interview.
So zirkelt Susan Hamilton ihr pulsierendes "Take Care Of My Love" über einen famosen Motown-meets-Northern Soul-Beat, währenddessen Karen Harding mit der Leichtigkeit eines Schirmchendrinks singt: "Everything's Better In The Summertime", in »Walkin’ Out the Door«, packt Lyden Anderson seine schön verzerrten Blues Harmonica aus und auf „Go With it“ hört man die 12-Mann Renegate Brass Band aus Sheffield, die auch ordentlich Balett machen.
Ich kann mir gut vorstellen, das die Band gerade live ein ordentliches Feuerwerk abbrennt. Vielleicht wäre die Band mal was für die Lotte Bühne zum Zwiebelmarkt, nur mal so als Gedanke.

Die Platte ist zwar nicht durchgängig der Knaller, einige Songs könnten noch ausgefeilter arrangiert sein und es fehlen ein wenig neue Facetten, die die Funk&Soul Musik neu definieren könnten, aber die Platte passt hervorragend in die Zeit und lässt einen beschwingt durch die Stadt flanieren und welcher Song wäre da besser als -Everythings Better in the Summertime – gesungen von Karen Harding.

(dennis klostermann)

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