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Tonspur

Tonspur vom 09.04.2014

Kaiser Chiefs – Education, Education, Education & War -
Ist das eigentlich ein Segen oder ein Fluch einen Riesenhit zu haben und den dann noch mit einem Frauennamen im Titel – Ruby, Ruby, Rubeeeeeii.
Ich könnte mir mir gut vorstellen, das man den Titel nach dem tausendsten Mal nicht mehr spielen möchte, oder vielleicht in einer alternativen Form, mal als akustischer Form, oder mit einem Orchester. Aber so ein Publikum kann hartleibig sein, es beharrt auf seiner Jugenderinnerung, es beharrt auf den guten alten Zeiten, in den man noch so wild war, noch gut aussah und mehr Haare hatte. Aber die Zeit ist vorbei und die Zeit war auch nicht ganz so wild, wie man sie schildert, wie man möchte das sie war.
Andererseits lebt man vielleicht zeitlebens sehr gut von so einem Song und das ständige repetieren des Songs, der Preis den man zahlen muss. Ein Leben lang – Schöne Maid, oder Ein Bett im Kornfeld, grauenvolle Vorstellung, da haben es die Kaiser Chiefs schon besser getroffen.

Die Kaiser Chiefs wurden schon mit ihrem Debüt-Album "Employment" 2005 über Nacht zu Rockstars. Orientiert an anderen britischen Indie-Bands, ging ihr Anfangs-Sound noch stark in Richtung New Wave und Punk der 1970er-Jahre. Ihre Songs avancierten zu Indie-Hymnen und auch ihr Ziel, ein Mal auf dem Reading-and-Leeds-Festival zu spielen, wurde erfüllt. Mit dem Song "Ruby" eroberten sie Charts und Stadien.
Bereits 1996 gründeten Ricky Wilson (Gesang), Andrew "Whitey" White (Gitarre), Simon Rix (Bass), Nick "Peanut" Baines (Keyboard) und Nick Hodgson (Schlagzeug, Gesang) im englischen Leeds die Band Runston Parva, später nur noch Parva genannt und noch später eben Kaiser Chiefs.

Das neue Album der Kaiser Chiefs ist (Achtung Wortspiel) eine Kampfansage! Education, Education, Education & War – ist, man höre und staune schon das fünftes Studioalbum der Band
Nach dem unterirdischen “Off With Their Heads” aus dem Jahr 2008 hatte man die Band auch schon fast abgeschrieben. Damit wäre der Band aber Unrecht getan, was “Education, Education, Education And War” beweist. Hier werden ordentlich schwere Britpop Geschütze aufgefahren und schießen auch gern über das Ziel hinaus. Das mit dem Pathos ist eben so eine Sache, die einen sagen es sind Indiehymnen, andere würden es vielleicht nur als Schnulze abtun. Schon das überraschend voranpreschende “The Factory Gates” hat den unverkennbaren Sound der Kaiser Chiefs und hängt die Messlatte für das Album von Beginn an sehr hoch. Im Verlauf schaffen sie es durch eine Mischung aus ruhigeren Popsongs und lauten Indie-Stücken, die einen direkt ins Jahr 2005 zurückversetzen, auch noch das Niveau zu halten.

Eine Besonderheit der Kaiser Chiefs war auch immer die zentrale Rolle ihres Drummers Nick Hodgson. Bei Live-Shows hatte er das Zepter in der Hand, trug nicht nur den Rhythmus, sondern auch die Zweitstimme bei und war vor allem der Hauptschreiberling der Chiefs. Dementsprechend war der Ausstieg von Hodgson im Dezember 2012 ein harter Schlag für die Band, was die verbliebenen vier Mitglieder auch nicht verhehlen, dass im Folgenden Ärger und Frustration herrschten.

Der sperrige Titel bezieht sich auf eine Rede von Tony Blair, in der er die Wichtigkeit der Bildung für die kommende Generation spricht, um sie dann in diversen Kriegseinsätzen zu verheizen. Das Album bewegt sich inhaltlich immer zwischen Liebe zum eigenen Land und ironischer Auseinandersetzung mit den Herrschenden. Gerade auf dem Song „Cannons“ wird das klar, der im letzten Teil mit..., ach das verrate ich nicht, einfach selbst mal reinhören.

Ich spiele jetzt den Song der die Platte eröffnet - The Factory Gates!

(dennis klostermann)

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