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Tonspur

Tonspur vom 09.06.2014

Kasabian - 48:13 -

Es gibt ja Bands, mit denen tut man sich anfangs immer etwas schwer. Ich meine, die produzieren Platten, die sich beim ersten Hinhören ganz komisch anfühlen, und man denkt spontan: „Ne, das ist mir irgendwie zuviel; zu anstrengend das Ganze.“ Lässt man sich aber einmal darauf ein, hört sich die Titel in Ruhe an oder beim Autofahren oder beim Sport oder wie auch immer, dann passiert etwas Merkwürdiges. Irgendwo aus der Nackengegend steigt dir so ein Gefühl in den Kopf, das dich nicken und grinsen lässt. Mag sein, dass das bei mir mit den Endorphinen zusammenhängt, die ich beim Sport ausschütte – aber das ist auch egal. Wichtig ist nur, dass ich dann so manche Platte mehr als „nett“ finde; mich vielleicht sogar so ein bisschen in sie verliebe.

Ganz gute Chancen auf eine romantische Beziehung mit mir hat derzeit das neue Album von Kasabian. Mit den Briten tat ich mich ja irgendwie von Anfang an schwer. Als die vor zehn Jahren mit ihrem Debutalbum um die Ecke kamen und überall gefeiert wurden, war mir das irgendwie alles nix. Zuviel Rave- und Elektronik und überhaupt war mir das zu bombastisch; und dann sind die auch noch in den Charts. Ich weiß heute nicht mehr mit Sicherheit, wo und wann es war, aber ich habe die dann mal live gesehen und das hat alles verändert. Ich weiß noch ganz genau, wie ich mich damals selbst dafür hätte ohrfeigen können, denen nicht gleich ein kleines Plätzchen in meinem Herz eingeräumt zu haben.

Nun, zehn Jahre nach der ersten und drei weiteren Platten, kam letzten Freitag mit „48:13“ das neue Album von Kasabian raus. Vorher konnte man schon die erste Single „Eez-eh“ hören. Bei uns in der Musikredaktion sorgte die eher für verzerrte Gesichter, und ich muss zugeben, dass die auch nach dem zwanzigsten Hören immer noch nicht so richtig kommt. Leichte Zweifel meinerseits bezüglich der Platte? Keineswegs! Schließlich hatte ich meine Lektion ja gelernt. Und es sollte sich zeigen, dass es auch diesmal ein Happyend geben würde. Denn „48:13“ besteht aus 13 Songs, von denen drei oder vier auf Anhieb gefallen; circa fünf kommen nach dem zehnten Hören in etwa dazu; übrig bleiben drei Interludes und eben „Eez-eh“. Zu den Schnellstartern zählen definitiv die Britrock-Nummern „Stevie“, „Doomsday“ und „Bumblebeee“ – wer bei Letzterem nicht spontan Lust auf Vor-Der-Festival-Bühne-Rumspringen inklusive Bierdusche bekommt, sollte übrigens mal zum Arzt gehen. Psychedelisch wird’s dann bei „Glass“, an dessen Ende die Poetin Suli Breaks ein bissl was, naja eben Poetisches sagt. In dieser Stimmung gelassen, schließt hier mit „Explodes“ das absolute elektronische Highlight der Platte an. „On it on it goes, til my head implodes“ heißt es da am Ende und der Sound liefert alles, was man dazu fühlen muss. Mein absoluter Überfavorit auf der Platte ist allerdings „Clouds“. Und der ist genau so eine Nummer, die nicht gleich durchdringt; für die man erst nach durchgemachter Nacht in der Vormittagssonne autofahren muss, damit eben dieses Gefühl im Nackenbereich einen nicken und grinsen lässt….

(Christian Faludi)

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