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Tonspur

Tonspur vom 22.06.2014

Tomas Barfod – Love Me - Diejenigen, die diese Rubrik häufiger hören, wissen, dass ich recht schnell zu begeistern bin und das auch gerne zum Ausdruck bringe, so, aber... - übrigens ein kluger Mann hat einmal gesagt, alles was vor dem ABER kommt, ist gelogen, oder war ich es selber, der das gesagt hat? Sicher nicht, aber (oh nein, nicht schon wieder) kein schlechter Spruch, also...aber diesmal muß ich gleich mal etwas mosern! Die Platte, die ich heute besprechen möchte, ist von Tomas Barfod und heißt „Love Me“. Was stört mich daran? Zum ersten: wie heißt der und vor allem wie spricht man es aus? Thomas oder ungarisch Tomás? Und es geht weiter mit Barfod, Bärfood oder gibt es ganz und gar noch eine einheimische Sprechweise, die einzig auf den Färöer Inseln gesprochen wird und dann noch nur auf der hinteren letzten Insel, die mit dem Roten Haus drauf?
Ein Blick in den Lebenslauf sagt mir, dass er aus Dänemark ist – also Däne. Und wie sprechen die das aus? Ist ein Däne da?

Dann nenne ich ihn einfach weiter Thomas, oder Thomas B. - auch der Albumtitel ist mir eine Spur zu simpel – Love Me – was will er uns sagen? Dass er zu wenig Liebe bekommt, von mir, den Frauen, der Welt, den Frauen der Welt? Aber ob er damit Erfolg hat? Ich stelle mir gerade Humphrey Bogart vor, wie er auf dem nebeligen Flughafen von Casablanca Ingrid Bergmann ein kurzes „Love Me“ zu raunt, das klappt doch nicht, da muß schon was ausgefalleneres kommen wie „Ich schau dir in die Augen Kleines!“ - so geht das! Wenn ich es mir aber recht überlege, funktioniert hat es aber auch nicht, sie ist mit Victor Laszlo fort oder Tomas Laszlo, da sind sie wieder die Ungarn! So betrachtet, ist es vielleicht genauso simpel und weiter gedacht, sollte ich es mir selbst immer wieder zu schwer machen, oh mein Gott, sollte ich all die Jahre über agiert haben? All die Bemühungen...ich muß mich erstmal setzen!

Aber zurück zu Thomas B. und seinem Soloalbum „Love Me“, dessen Cover sein verschwommenes Antlitz ziert, damit auch ja keiner einen anderen liebt! Hauptberuflich ist er Schlagzeuger der Band WhoMadeWho, die sich 2003 in Kopenhagen gegründet haben!
Auf diesem Album wurde Barfod nicht nur musikalisch von Streichern und Bläsern unterstützt, sondern auch gesanglich von Leuten wie Luke Temple von Here We Go Magic und Nina Kinert, mit der er bereits seit langer Zeit zusammen arbeitet. Es ist ein sehr vielschichtiges Album geworden, das mühelos seine Pop- und Elektroelemente in unzählige verschiedene Formen zu bringen vermag.
Von Anfang an war sich Barfod im Klaren darüber, dass die Songs Gesang brauchten, um ihnen Leben einzuflößen, obwohl es einem riesigen Puzzle glich, all diese Teile zusammen zu fügen. “Häufig habe ich bereits ein gutes Lied, wenn dann aber der Gesang dazu kommt, bekommt der Song eine ganz andere Qualität”, erklärt er. “Es ist eigentlich immer wie ein Puzzle. Ich muss die richtigen Tracks für jeden Sänger auswählen und sie steuern ihren eigenen Teil bei.”

Mit Kinert funktioniert das am besten. Nichts gegen den Bandkollegen Jeppe Kjellberg, Winston Yellen von Night Beds oder Sleep Party People, die ebenfalls gastieren. Wenn diese Frau vors Mikro tritt und mit dieser vereinnahmenden Stimme „Busy Baby“ oder „Aftermath“ veredelt, schlägt das Herz höher.

Mit so vielen Projekten gleichzeitig wäre es einfach anzunehmen, dass Barfods Solokarriere nur eine Nebenbeschäftigung oder ein Hobby sei neben dem Remixen, dem Produzieren für andere Künstler oder der Arbeit mit WhoMadeWho. Aber sobald man die “Pulsing” EP oder “Love Me” hört, merkt man schnell, dass es das ist, wofür sein Herz schlägt. “Love Me” ist ein sehr vielschichtiges, sich lohnendes, vollständig klingendes elektronisches Album, was viel Herz und Seele hat. Vielleicht auch schon ein kleiner Vorgeschmack auf den Herbst, der sich noch Zeit lassen darf!

Natürlich an der Stelle jetzt ein Song mit Nina Kinert - „Busy Baby“ und wieder so eine einfache Botschaft!

(Dennis Klostermann)

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