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Tonspur

Tonspur vom 30.08.2014

Rodrigo y Gabriela – 9 Dead Alive - Nachdem uns in der letzten Woche meine Kollegin Adriana Neumann in ihrer grossen Sachkenntnis erklärt hat, das es zum Musik aufnehmen manchmal nur drei Spuren braucht oder eben auch mal Tausend. Ah ja, jetzt komme ich mit meiner altklugen Meinung, den wer außer mir kann schon guten Gewissens altkluge Meinungen entwickeln und die besagt – manchmal reichen auch zwei Spuren und zwar Gitarre und Gitarre. Wer in der DDR groß geworden ist hatte mit Sicherheit auch die Platte „friday night in san francisco“ mit Al Di Meola, John Mclaughlin und dem leider vor kurzem verstorbenen Paco de Lucia. Hier wurde das Akustik Gitarren zelebriert, wie auf keiner anderen Platte, man konnte sich zwischen die Boxen setzen und sich vom Irr witzigen Spiel der drei Virtosen begeistern lassen, links Paco de Lucia, rechts Al Di Meola oder John Mclaughlin. Zwei Mikro´s, zwei Spuren, mehr nicht.
Das ist lange her, aber nicht vergessen, den es gibt durchaus Nachwuchs im musikalischen Sinne versteht sich!
Die Platte die ich euch ans Herz legen möchte ist von Rodrigo y Gabriela und heißt – 9 Dead Alive
Die Karriere des mexikanischen Duos Rodrigo Sánchez und Gabriela Quintero kannte in den vergangenen Jahren nur eine Richtung: steil nach oben. Auftritt in der Hollywood Bowl und im Weißen Haus vor Obama,höchstpersönlich, exzessive Touren, in vollen Hallen und Stadien.auf denen sie sich die Finger blutig spielten, eine Soundtrack-Arbeit mit Hans Zimmer zu „Fluch der Karibik: Fremde Gezeiten“ und vieles mehr.

Nicht schlecht für ein Paar, das Mexiko als Thrash-Metaller arm entfloh, um in den Straßen von Barcelona und der späteren Wahlheimat Dublin sein Geld als Straßenmusiker mit Akustikgitarren zu verdienen. Dazu haben sie furiose Alben wie 11:11 (2009) und das irrwitzige Werk LIVE IN FRANCE, wo die zwei Griffbrettvitruosen das Publikum an die Wand spielten aufgenommen.

“9 Dead Alive” macht musikalisch, so viel nehme ich schon einmal vorweg, vielleicht nicht den Eindruck, aber es handelt sich um ein wahres Konzeptalbum.
Schon das Cover zeigt einige Bestandteile des Konzeptes – zugegeben, man erkennt das natürlich erst hinterher. Zunächst sieht man, versucht man das komplett in Rot und Schwarz gehaltene Cover als Ganzes zu erfassen, eine Schallplatte. Das ist aber nur die oberflächlichste Referenz. Man kann das Bild auch als Weltkugel sehen, die außerdem aus vielen einzelnen Elementen zusammengesetzt ist: einem Stier, einem Pferd, Sternen, einer Friedenstaube, einer Gitarre, Menschen oder Geister, und natürlich der Zahl 9…

Das Album beinhaltet neun Songs. Und jeder davon, das ist die Idee dahinter, wurde einem Verstorbenen gewidmet, der die Welt, und so auch die beiden, verändert hat:
Da wäre der spanische Gitarrenbauer Antonio de Torres Jurado (1817 – 1892), “The Soundmaker”, durch dessen Arbeit sich letztlich auch Rodrigo und Gabriela musikalisch beeinflusst fühlen.
Oder der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor Emil Frankl (1905 – 1997), der zur NS-Zeit deportiert wurde und sich nach dem Krieg für Versöhnung stark gemacht hat und hier mit “Sunday Neurosis” geehrt wird.

Wer dazu mehr erfahren will – sich die Platte kaufen oder mal im Internet nachsehen. Ich empfehle die Deluxe Version, in der eine Dvd bei liegt auf der man die beiden bei der Arbeit bestaunen kann.

Wir Hören nun den Song “The Russian Messenger”.der dem russiche Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 – 1881) gewidmet ist. Soviel Aussage in einem Album, auf dem nichts gesungen wird! - und wenn mich noch mal jemand fragt, was ich nächstes Jahr gerne mal in der Kulturarena in Jena sehen möchte - Rodrigo y Gabriela

(dennis klostermann)

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