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Tonspur

Tonspur vom 18.11.2014

The Dø - Shake, Shook, Shaken -

Da ist er, der fiese fiese November, die Zeit für Melancholie, Kerzenlicht, traurig aus dem Fenster schauen, Beziehungen beenden, Nebel und tausend andere Sachen, die keiner braucht. Sollte man doch eigentlich meinen, das die Plattenfirmen pfiffig genug sind, genau jetzt den passenden Soundtrack zum Wetter zu liefern.

Ich meine die Weihnachtsindustrie stellt schon im September das Zeug in die Läden, Stollen, Dominosteine, Lebkuchen und der Konsument kann sich schon 3 Monate lang auf das Fest freuen, was blöder weise die wenigsten machen, ganz im Gegenteil, alle scheinen davon genervt zu sein, warum nur, undankbares Pack, ist nicht mehr mehr und noch mehr noch viel mehr, na da waren die Verantwortlichen sicherlich nicht im Grundkurs Designtheorie.

Unsere Promozulieferer, denen ich an der Stelle mal danken möchte, nicht für alles, aber dafür das jeden Monat einige Perlen den Weg zu uns finden, und die sich von der nicht ganz so glänzenden grauen Masse abheben.

Dieses Jahr haben sie es aber geschafft, die Sommermusik im Herbst und die Herbstmusik im Sommer zu liefern. Gut kann auch sein das ich die komplizierten Marktgesetze nicht durchschaue und die von mir geschriebene Sommermusik in Herbst, die eigentlich Frühlingsmusik schon fürs nächste Jahr ist, wie auch immer ich freue mich über diese fröhliche Verschiebung, die mir die schlechte Laune noch etwas vertreibt.

Ein gutes Beispiel dafür ist die neue Platte von The Dø , von denen ich immer noch nicht weis wie man sie richtig ausspricht, vielleicht mal einen Dänen fragen. Überraschenderweise kommen die Zwei Mitglieder der Band, mit Namen Olivia Merilahti und Dan Levy, aber aus Frankreich und Finnland und ihr Album heißt „Shake, Shook, Shaken“

Es beginnt mit dem fleißig nach vorne marschierenden "Keep your lips sealed", einer semi-melodramatischen Club-Nummer, deren Beat auf zwingende und verführerische Art und weise unter Beweis stellt, dass der soundästhetische Richtungswechsel vom gefrickeltem Experiment hin zur melodischen Pophymne, dem Duo gut zu Gesicht steht.

Die Instrumentierung des folgenden "Trustful hands" könnte auch prima einem Robyn-Song zugrunde liegen und mit "Miracles (Back in time)" haben The Dø dann wohl mal wieder so etwas wie einen Hit im Gepäck.
Nicht der erste, wenn man sich mal an "On my shoulders", "The bridge is broken" oder "Too insistent" zurück erinnern möchte. Irgendwas ist da also in der DNA dieser Band, ein Gen, das nicht jeder Künstler hat, aber wohl jeder gerne hätte.

Im melancholischen Album-Highlight "Sparks" gehen die Konserven-Streicher und Merilahtis Stimme eine verheißungsvolle Liaison ein, aus der letztlich alle als Gewinner hervorgehen. Im weiteren Verlauf von "Shake shook shaken" ziehen The Dø immer öfter auch das Tempo an und schielen dabei mehr als nur verstohlen auf das Tanzparkett. Denn wenn das flackernde Neonlicht auf die dichten Bodennebelschwaden trifft, dann fühlen sich die Beiden 2014 richtig wohl. In "A mess like this" erlaubt sich das Duo eine kleine, wohlverdiente Dancefloor-Pause und hebt in schwindelige Austra-Hemisphären ab.
Das fast instumentale Stück „Omen“ beschliesst die Platte und hier zeigen sie sich nochmal von ihrer experimentellen Seite, die sie auf den letzten Alben ausgezeichnet hat.

Tja hat mich das Album also so durchgeschüttelt, wie es der Albumtitel verheißt, es zaubert mir in jeden Fall ein Lächeln ins Gesicht und ein Schütteln ist Innerlich schon zu spühren, welches sicher durch häufigeres Hören zu einem Flotten Beinwippen werden könnte!

Wir hören Jetzt den von mir schon zum Hit gemacheten Song "Miracles (Back in time)"

(dennis klostermann)

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