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Tonspur vom 01.02.2015

Malky - Soon -
Woher kenne ich das Lied nochmal …? Aus der Fernsehwerbung? Oder hat es jemand hinter mir an der Supermarktkasse gepfiffen? Eins müssen sich Malky mit ihrem Album „Soon“ sehr wahrscheinlich nicht anhören: Dass ihre Songs unzugänglich wären und sich der Wohlklang erst nach mehrmaligem Hören einstellt. Jedes einzelne der elf Lieder geht sofort und ohne Umschweife ins Ohr.

Malky, das sind Sänger Daniel Stoyanov und Pianist Michael Vajna, gerade wohnhaft in Leipzig. Bisher haben die beiden vor allem eins gemacht: Hits für Andere singen und schreiben. Kein Wunder also, dass auch jedes Lied auf ihrem Album „Soon“ im Gedächtnis kleben bleibt. Mit Malky soll jedoch alles anders werden: Zurück zu den Wurzeln. Den Wurzeln der Kindheit. Dort, wo die Freude an der Musik entdeckt wurde und es nicht darum ging deutschen Pop-Größen Lieder auf den Leib zu schreiben.

Malky ist bulgarisch und heißt so viel wie „kleiner Junge“. Ihr Bandprojekt führt Daniel und Michael zurück in ihre Kindheit. Die haben sie in Bulgarien beziehungsweise Ungarn verbracht. Vom osteuropäischen Einfluss ist jedoch auf „Soon“ nichts zu hören. Vielmehr hat man den Eindruck, dass das Album einen Paukenschlag der Musikgeschichte vollführen will. Unterschiedlichste Einflüsse aus 60er-Soul, Pop und Elektronik werden kombiniert. „Melancholic Gothic Soul“ oder „Heavy Metal Gospel“ nennen sie es. Von allem etwas dabei.

Mit dem treibenden, munter instrumentierten „Trouble“ lässt sich ohne Probleme der nächste Roadtrip durch die norddeutsche Einöde untermalen. Oder aber Woody Allen bedient sich des Liedes für sein nächstes Beziehungskino in einer europäischen Großstadt seiner Wahl. Und hört man im Titel „Give Away“ nicht tatsächlich die großen R’n’B-Sänger der 90er Jahre heraus? Zum Vergleich die Empfehlung des frühen Werkes von Usher, ganz recht. Mit dem etwas düsteren „Soon“ lässt es sich dagegen herrlich mitternächtlich U-Bahn fahren – tickender Beat, chorische Echos im Nirgendwo. An der Radiotauglichkeit des Liedes „History of Broken Hearts“ wird sich jedoch keins der zehn anderen messen können. Kinderchor, beschwingte Streicher, trippelndes Schlagzeug und Daniel Stoyanovs fantastische Stimme machen aus dem Lied, was die Macher selbst möglicherweise verhindern wollten – einen Hit.

Das Album „Soon“ treibt Malky musikalisch weit hinaus auf’s offene Meer. Dort, wo Pop, Soul, Gospel, R’n‘B und Electro aufeinander brausen und sich zu einer schäumenden Gischt vermengen. Jetzt gilt es für Daniel Stoyanov und Michael Vajna, das herauszusieben, was ihrem Projekt ein Gesicht geben soll. Aber es sollte doch ein Leichtes sein, aus diesem Überangebot an guten musikalischen Ideen das Malky-Typische zu filtern.

Es folgt „Trouble“, eine der Perlen des Albums und laut Sänger Daniel das Lieblingslied seiner bulgarischen Großmutter. Für alle, denen Malkys Musik genauso gefällt: Am kommenden Samstag sind sie live im Franz Mehlhose in Erfurt zu erleben.

(Tina Kunath)

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