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Tonspur

Tonspur vom 24.03.2015

Jonathan Jeremiah - „Oh Desire” -
Es ist Frühling, endlich, nicht das der Winter jetzt so bitter kalt gewesen währe, er war gerade zu mild und kann von mir aus jedes Jahr so sein, aber trotzdem, schon für die ersten Tage nach der kalten Jahreszeit hat der Winter seine Daseinsberechtigung. Es ist hell, warm und alle sehen gut aus, fast alle, überall wird man angelächelt, fast überall, einige schaffen es auch an diesen Tagen ihre schlechte Laune zu konservieren, es ist rundherum schön! Jetzt hat aber Herr Klostermann etwas, was die anderen nicht haben, noch nicht, ich darf diese herrlichen Tage mit einem herrlichen Album vertonen, das uns unser Promopartner schon hat zukommen lassen – das neue Album von Jonathan Jeremiah – das da „Oh Desire”heißt. Im englischen hört sich das ganz schön an, das man es garnicht ins Deutsch transformieren möchte.
„Oh Desire“, das dritte Studioalbum von Jonathan Jeremiah und wer ihn bislang mochte, wird auch dieses Album lieben.
Dieses Album verströmt eine wunderbare Leichtigkeit, die dir zwangsläufig ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Wenn ich nicht so entspannt währe, würde ich vielleicht darüber nachdenken, wie schwer es zu machen ist, das Leichte, das Selbstverständliche, das Dahinfliessende und wie sehr man Künstler hofiert, die das Melancholische, das Disharmonische in ihrer Musik hervorheben, die sich vielleicht nicht trauen ihre Musik einfach laufen zu lassen, die Ihrer Kunst misstrauen wen sie all zu leicht dahin fließt, wenn sie einfach nur schön ist. Für diese Musik sind dann die grauen Herbsttage und langen Winternächte da.

Es beginnt und endet mit einer einfachen Gitarre, die Streicher weben eine Melodie, die Neues verheißt und dennoch diesen kleinen Moment der Stille und Zufriedenheit erahnen lässt. Dazwischen liegt eine Reise durch 13 Songs voller Soul, Folk und Country.

Die Kraft der Musik, dieses Verlangen durch sie zu kommunizieren, ermöglichte es dem zielstrebigen Musiker, sich musikalisch, aber auch sich selbst weiterzuentwickeln. Zu hören ist dies auf „“Walking Air“ und dem Titeltrack des Albums, der nicht nur die Liebe an sich, sondern auch deren Kraft, alte Wunden zu heilen, thematisiert.
Sie führt in das Versteck des Teufels in County Tipperary im Süden Londons, erzählt von Flucht, Eskapismus, Liebe, Verlust, Verzweiflung und am meisten von Verlangen.

Seine Familie thematisiert er in „The Devils Hillside, angelehnt an die Erzählungen seiner Mutter, die ihm früher vom „Teufelsbiss“ erzählte: einem Berg ihrer Heimat County Tipperary in Irland, dem augenscheinlich ein Stück Fels fehlt, welches der Legende nach vom Teufel abgebissen wurde. Dieser spie es später über dem Ort Cashel wieder aus.
„Wenn Du vier Jahre alt bist, ist das absolut furchteinflößend. Da ist eine massive Felswand, in der ein Loch klafft und darin steht ein Kreuz mit einer Marienstatue.“, erklärt er und schüttelt immer noch seinen Kopf bei der Erinnerung daran. „Jedes Mal, wenn das Fernsehprogramm endete, war genau dieses Bild zu sehen.“
Und so ist das Album geprägt von familiären Umbrüchen, vom Tod seiner Eltern und den anderen großen Ereignissen, die das Leben mit sich bringt. Geboren und aufgewachsen in London, sieht er mit „Smiling“ und „The Birds“ die Stadt nachdenklich aus der Sicht jener Künstler, die mit ihr scheinbar abgeschlossen haben.

Wir hören nun „Rosario“, der das Gesagte gut wieder spiegelt und der mir sagt. „You´re not alone“ - so was möchte man doch hören, gerade im Frühling!

(dennis klostermann)

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