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Tonspur

Tonspur vom 31.08.2015

Abby – Hexagon -

Diese Woche tue ich mich etwas schwer und das liegt dran, das man manchmal Dinge bekommt, die man sich anders vorgestellt hat. Hurra das Piratenschiff, aber nicht von Playmobil, sondern irgendwas anderes
Man entwickelt oft eine Erwartungshaltung die dann mit der Realität konfrontiert wird und der nicht standhält. Arme Eltern, die ihren Kindern natürlich genau das Produkt kaufen müssen, das diese in der Werbung gesehen haben, egal wie gut oder schlecht es ist. Es gibt im Netz ein lustiges Video, in dem die Eltern aufgefordert werden, ihren Nachwuchs etwas Häßliches zu Weihnachten zu schenken und sie dabei zu filmen.(was ist eigentlich Nachwuchs für ein merkwürdiges Wort? Der Nach – Wuchs) Ich sag ja sehr lustig, erstens weil sich der Nachwuchs ungefiltert seinen Frust heraus lässt, in dem er das Geschenk schreiend durch die Wohnung schmeißt und den Rest des Abend schmollt und zweitens weil man weiß, das die eigenen Kinder wohlgeratener sind! Na klar, deswegen muss man es erst gar nicht austesten, ob sich diese auch mal über eine Kartoffel oder ein Glas Gurken zu Weihnachten freuen würden. Ich will sie ja gar nicht auf blöde Ideen bringen, aber ein lustiges Video, das man auf Familiefesten immer wieder zeigen kann und das die Protagonisten noch Jahre später peinlich finden sollte doch dabei heraus springen.

Gut das mich beim hören der neuen Abby Platte mit Namen „Hexagon“ keiner gefilmt hat.
Vor drei Jahren hörte ich die Single ‚Streets‘ welches eine hippelich Rhytmus und eine unwiederstehliche Dynamik an den Tag legte, ein wahres Kleinod im Spannungsfeld zwischen Indie und Electro.
Ein Jahr später brachten sie ihr erstes Album namens ‘Friends & Enemies‘ heraus, dank eines Majordeals. Eingängiger Indie-Pop mit bisschen Elektro – der sichere Weg für ein Pop-Debüt. Die Band war von vielen anderen beeinflusst, aber mit dem eigenen Sound hat es noch ein wenig gehakt.
2015 sieht die Welt da etwas anders aus. Der Nachfolger ‘Hexagon‘ ist quasi das Gegenstück zu dem fröhlichen ‘Friends & Enemies’. Düster, verzerrt, eigen und vor allem sehr, sehr elektronisch und daran musste ich mich erstmal gewöhnen, den alle Aspekte, die ich für Stärken der Band halte sind zurück gefahren worden – also so tun, also ob es eine andere Band ist und die Platte nochmal mit anderen Ohren hören und nochmal und nochmal, ja der Job des Musikredakteur ist manchmal ein harter!
Aber es lohnt sich, denn hinter den erst spröde klingende Songs verbergen sich komplexe Songstrukuren „Hexagon“ birgt zahlreiche Kostbarkeiten. Mit jedem Durchlauf lernt man deren Wert umso mehr zu schätzen und erfreut sich an Tracks wie „Time Is Golden“, dem Metamorphosen durchlaufenden „Halo“ oder dem sanft verklingenden „Island“. Kein einziger Titel scheint überflüssig. Während das in Kooperation mit Pan-Pot entstandene „Birth“ drohend flimmert, wirft „Friendly Fire“ mächtige Schatten an die Wände und der Opener „Hush“ glänzt wie ein tief in der Erde verborgener Kristallstollen.
Abby zeigen auf ‘Hexagon’, dass sie markant klingen und sich von der Masse abheben können. Ihr Faible für gute Beats und prickelnde Melodien stellen sie erfolgreich unter Beweis. Auch wenn der Nachfolger nicht unbedingt ein typisches Hit-Album ist, so ist es doch ein echt rundes Ding geworden mit vielen überraschenden Momenten.

Also beim nächsten Album gar nicht erst zu hohe Erwartungen haben und sich überraschen lassen was da kommt, wer sich nicht überraschen lassen möchte, kann ja AC/DC hören oder die Neue Motörhead!

Wir hören nun „Hush“ - der sich etwas nach the end anhört und die Platte eröffnet – viel Spass beim hören.

(dennis klostermann)

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