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Aktuelles

Aktuelles vom 23.09.2015

Steckbrief Tuberkulose - Steckbrief Tuberkulose

Vorkommen
Die Tuberkulose, eine bakterielle Infektionskrankheit, ist weltweit verbreitet und gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen seit Jahren rückläufig mit leicht steigender Tendenz seit 2014. Von 100.000 Menschen erkranken zurzeit in Deutschland im Durchschnitt ca. 5,5 Menschen an Tuberkulose. Typische Risikofaktoren für eine Erkrankung sind Armut, Obdachlosigkeit, Drogenabhängigkeit, eine bestehende HIV-Infektion oder andere Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen. Die Tuberkuloseraten sind darüber hinaus besonders hoch bei MigrantInnen aus Ländern, in denen die Tuberkulose noch sehr häufig ist.

Infektionsweg
Eine Infektion geht in der Regel von Menschen aus, die an einer offenen Lungentuberkulose erkrankt sind. Unter einer offenen Lungentuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen der Krankheitsherd Anschluss an die Luftwege hat und damit Bakterien an die Umwelt abgegeben werden können. Somit können die Bakterien beim Niesen, Husten, Sprechen oder Singen in die Umwelt freigesetzt werden.
Damit eine Infektion stattfinden kann, ist in aller Regel eine lang dauernde und/oder intensive, also direkte Exposition in einem ungenügend gelüfteten Raum notwendig. Als infektionsgefährdet
gelten daher Kontaktpersonen,
? die mit dem ansteckungsfähigen Kranken in derselben Wohnung oder in sonstigen Räumen gelebt
haben oder intime Kontakte hatten,
? Personen mit intensivem – auch einmaligem – Kontakt, bei dem erregerhaltiges Aerosol eingeatmet wurde (z. B. bei Wiederbelebung).
Zu an offener Lungentuberkulose Erkrankten muss in der Regel während des Infektionszeitraumes kumulativ mindestens 8 Stunden Kontakt in geschlossenen Räumen bestanden haben, bevor von einem nennenswerten Infektionsrisiko ausgegangen werden kann.

Inkubationszeit
Die Zeit zwischen der Infektion und einer messbaren Immunantwort auf die Infektion beträgt im Durchschnitt 6 – 8 Wochen. Nur ein geringer Teil der Infizierten erkrankt tatsächlich an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose, die auch noch Jahre nach der Ansteckung ausbrechen kann.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit
Bei adäquater Therapie sind Menschen, die an einer offenen Lungentuberkulose erkrankt sind, meist innerhalb von 2 bis 3 Wochen nicht mehr infektiös.

Krankheitssymptome
Die Tuberkulose kann prinzipiell in allen Organen auftreten. In 80 % der Fälle zeigt sie sich als Lungentuberkulose. Mögliche Symptome sind: Husten mit oder ohne Auswurf, manchmal auch blutig, Brustschmerzen, Atemnot, Appetitmangel, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber, Nachtschweiß, allgemeine Schwäche.

Präventive Maßnahmen
Entscheidend ist die schnelle Diagnose von ansteckungsfähigen Personen und die frühe Einleitung einer Therapie. Daher werden alle AsylbewerberInnen bei ihrer Ankunft in einer Landeserstaufnahmeeinrichtung auf Tuberkulose untersucht.
Aufgabe des Gesundheitsamtes ist die aktive Suche nach Kontaktpersonen von an offener Lungentuberkulose Erkrankten, um eine Infektion frühzeitig zu erkennen.
Die BCG-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut seit 1998 nicht mehr empfohlen. Dies entspricht den Empfehlungen der WHO, die vorgeschlagen hat, in Populationen, deren Infektionsrisiko für Tuberkulose unter 0,1% liegt, keine generelle BCG-Impfung durchzuführen.

(Dr. Enikö Ban)

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