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Tonspur

Tonspur vom 28.09.2015

New Order - Music Complete -


Hey eine neue Platte von New Order – wie schön, kann ich die Rezension kurz und knackig machen, den diese Band muß man eigentlich keinem mehr vorstellen, aber es sind schon wieder acht Jahre seit ihrem letzten Album - „WAITING FOR THE SIREN’S CALL “ und 2007 haben Teile der Band sie als aufgelöst bezeichnet. Das ist alles schon ne Weile her und wie wir auch wissen vergeht die Zeit rasend schnell und viele unserer jungen Hörer haben damals noch nicht mit ihrer musikalischen Sozialisation begonnen.
Manchmal komme ich mir vor wie einer dieser älteren Musikliebhaber, die anderen davon erzählen wie toll und frisch und einzigartig die Bands seiner Generation sind, was sie alles erfunden haben und sowieso alles schon gemacht haben, was die Bands “von Heute” sowieso nur nach machen. Hör dir mal die Stones an oder die Beatles oder Chuck Berry, waren so die Tipps an meine Geschmacksbildende Phase – diese Leute kamen mir damals ziemlich alt vor, naja und jetzt bin ich eben dran – also Kinder – New Order, ehemals Joy Division, 1979 in Manchester gegründet und nach dem Selbstmord des Sängers Ian Curtis in New Order umbenannt. Spätestens nach dem Überhit “Blue Monday” ist die Band aus dem Schatten des toten Sängers herausgetretten. Das Ganze ist unfassbar lang her, gut und gerne 30 Jahre, erklären sie das mal einem mitte Zwanzig Jährigen.

Aber glücklicherweise leben die alten Herren im Hier und Jetzt und bringen noch Platten heraus, auf die ich dann glücklicherweise verweisen kann. Music Complete heißt das neue Lebenszeichen und ist eine Wohlfühlplatte für alle Fans geworden, nicht mehr aber auch nicht weniger, sie ist wie ein Ritt durch die Bandgeschichte geworden, in der sich die Band zitiert und teilweise neuerfindet.

Es dauert 20 Sekunden, bis der geliebte Brummelbass einsetzt, und zwei weitere, bis Bernard Sumner davon singt, dass er sich für sein Leben ein schönes Auto und so viel Respekt wie nur möglich wünscht. Denn: „I feel so restless in this changing world/ I am lost for words.“

Am Bass leider nicht mehr Peter Hook mit seinem markanten Bass – Hook´s, sorry, die den Songs gerne noch mehr Dynamik verliehen haben.

New Order docken stattdessen irgendwo Anfang der Neunziger bei sich selbst an, etwa auf halber Strecke zwischen ihrem Acid-House-/Post-Punk-Hybrid TECHNIQUE (1989) und der balearischen Wonneplatte REPUBLIC (1993). Das ist der Ausgangspunkt, von dem aus sich die elf Stücke in verschiedene Richtungen (nur nicht zu weit in die Zukunft) nach dem ausstrecken, was Dancepop alles sein kann: vom Moroder-Sequencer auf „Plastic“ über die Manchester-House-Pianos von „People Of The High Line“ bis hin zum forschen, technoiden Beat von „Unlearn This Hatred“, der klingt wie Ende der Neunziger von Stuart Price produziert. Tatsächlich stammt er vom Chemischen Bruder Tom Rowlands, wie auch „Singularity“, das einiges an „Blue Monday“-DNA in sich trägt. Aber auch Price hat mitgemacht und mit „Superheated“ eine typische Brandon-Flowers-Schnulze ans Ende der Platte produziert – featuring Brandon Flowers. Weitere Gäste sind Elly Jackson (La Roux) im Chor und Iggy Pop, der als düsterer Gedichtrezitator fast an Vincent Price in Michael Jacksons „Thriller“ erinnert.

Music Complete ist ein wunderbares Album, es wird die Musik des 21 Jahrhunderts nicht neu definieren, aber es macht über eine Stunde Spass und Lust darauf die nächste Stunde nochmals damit zu verbringen, und die Stunde darauf usw.

„Superheated“. Hören wir nun auch!

(dennis klostermann)

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