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Aktuelles

Aktuelles vom 25.12.2015

Zwei Sommer lang Indianer - Eine literarische Reisereportage von Philipp Seitz.

Samstag, 12. März, 11 Uhr auf Radio Lotte Weimar

Die Ureinwohner Nordamerikas üben seit Jahrhunderten eine große Faszination auf Europäer und besonders auf Deutsche aus. Wie viel hat die Faszination aber mit der Wirklichkeit zu tun? Müsste man nicht von einer Faszination sprechen, die sich verselbstständigt hat? Die Indianer wären dann vielmehr eine Projektionsfläche für echte Freiheit und ein Leben in Ursprünglichkeit. Dieses romantische Bild der Indianer hat wohl keiner so geprägt wie Karl May. Seit Generationen gilt Winnetou als Prototyp des edlen Indianers. In der DDR sah man in den Indianern zudem urkommunistische Ideale verkörpert. Friedrich Engels, die Kinderbücher von Liselotte Welskopf-Henrich und nicht zuletzt die erfolgreichen Indianerfilme mit Gojko Miti? stilisierten die Indianer zu tapferen Streitern gegen das Böse.
Sommer 1989: Die DDR wird zielsicher gen Abgrund manövriert, aber das spielt im Plattenbauviertel, in dem der Autor aufwächst, nicht die geringste Rolle. Seine Kinderaugen überblicken die Welt nur vom Wäscheplatz bis zwei Straßenbahnhaltestellen weiter. Es ist der letzte Sommer in der DDR; der letzte Sommer einer Kindheit, die bald schon eine andere sein wird. Das Tipizelt zwischen zwei Häuserblocks gebietet Zuflucht vor dem Zusammenbruch. „Freiheit“ bedeutet für den 7-jährigen ein Leben wie d
Sommer 2011: Von Chicago fährt der Autor 2500km durch die Prärie bis nach Montana im Nordosten der USA, um sein romantisches Indianerbild einem Abgleich mit der Wirklichkeit zu unterziehen. Dort liegt Rocky Boy – das Reservat der Chippewa-Cree-Indianer. Er raucht „Friedenspfeife“, nimmt an einer Schwitzhütte teil und trifft einen „Medizinmann“. Den Höhepunkt seines Besuchs bildet das jährliche Pow-Wow-Festival.
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Schritt für Schritt dekonstruiert der Autor sein romantisches Indianerbild und taucht ein in die indianische Wirklichkeit des 21. Jahrhunderts: eine Welt zwischen Tradition und Moderne, die nichts mit den Verklärungen seiner Kindheit zu tun hat. Er versucht Antworten auf Fragen zu finden: Wie haben sich Christentum und indianische Spiritualität miteinander verschränkt? Fühlen sich die Indianer als Teil einer US-amerikanischen Nation? Was hat es mit dem Traumrealismus der Indianer auf sich? Und vor allem: Leben in Rocky Boy vielleicht doch Menschen wie Winnetou und Tokei-ihto?

Hintergrundinformationen

Autor: Philipp Seitz, geboren 1982 /// Studium der Kulturwissenschaften, Journalistik und Kultur und Geschichte in Afrika an der Universität Leipzig /// derzeit Promotion in Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal, Lehraufträge an der Universität Leipzig /// Seit 10 Jahren freier Radiomacher /// freiberuflicher Journalist und Autor

Sprecher: Mirko Kasimir und Anja Lehmann

Musik: Michael Seiler

Regie & Schnitt: Philipp Seitz

(Jan Witte)

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