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Tonspur

Tonspur vom 03.02.2016

Baroness – PURPLE -

Wissen sie noch was sie am 15. August 2012 gemacht haben, eine in Krimis immer wieder gern gestellte Frage, die Frage nach dem Alibi. Die meisten wissen es noch, egal wie lange der Termin zurück ist, „War das nicht der Tag an dem der Vater Geburtstag hatte, Schatz?“ - „ja der Tag an dem du zwischen 20 und 22 Uhr nicht zu hause warst!“ - „Schatz du musst dich irren! Aber sie hat recht ich hatte zu der Zeit was mit meiner Sekretärin, sie können sie fragen.“ Na ja, so oder so ähnlich läuft das ab.

Für die Band um die es heute hier gehen wird ist dieser 15. August 2012 ein Schicksalsdatum. Die Band ist auf Tour in England mit ihrem neuen Album „YELLOW & GREEN” im strömenden Regen kommt der Tourbus von der Strasse ab und stürzt mehrere Meter in die Tiefe eines Viaduktes. Das Ergebnis neun verletzte Passagiere, zwei davon Lebensgefährlich. Der Kopf der Band Baizley ist einer, sein linker Arm ist mehrere male gebrochen und er weis nicht ob er je wieder Gitarre spielen kann. Eine schwere Zeit für die Band, da in folge des Unfalls der Basser und der Schlagzeuger die Band verlassen. So war es nicht sicher ob es ein weiteres Album gibt.

Nun also gibt es mit "Purple" so etwas wie einen graduellen Neuanfang samt zweier neuer Bandmitglieder, und textlich offenbar auch eine ganze Menge Bewältigung des geschilderten Schicksalsschlags, aber das sollte man besser anderswo nachlesen, zumal die Schilderung fremden Leids pauschal nicht so sehr das ist, weshalb ich hier gerne Plattenkritiken schreibe. Halten wir uns also an die Musik und hören mal, was John Dyer Baizley und Kollegen diesmal so versuchen.

Zum Glück sind BARONESS danach trotzdem richtig abgebogen: Auf "Purple" präsentieren sie sich nämlich wieder eine Nuance kerniger und lebhafter als noch auf dem großteils sehr ruhigen Vorgänger, ohne jedoch zum Härtegrad ihres Opus Magnum "Blue Record" zurückzukehren. Wer das Quartett aus Savannah, Georgia, kennt, der weiß, dass nicht wenige ihrer Lieder Gefahr laufen, einen recht unspektakulären ersten Eindruck zu hinterlassen. Das ist auch auf "Purple" nicht anders. Doch von Durchlauf zu Durchlauf offenbaren die Kompositionen mehr und mehr von ihrem unaufdringlichen, dafür jedoch umso nachhaltigeren Charme: Mit dem beschwingt eröffnenden Tripleschlag "Morningstar", "Shock Me" und "Try To Disappear" gelingt ein famoser Einstieg; das weiter hinten platzierte, besonders kraftvolle "Desperation Burns" ist mindestens ebenbürtig. Auch der gesamte Rest fällt kaum ab, verbindet auf die zeitlos-elegante, BARONESS-typische Art und Weise knackige Stromgitarrenmusik mit einer enormen Lässigkeit. Ehe man sich versieht, braucht man auch schon seine tägliche Dosis.

Die Auferstehung aus Ruinen ist den sympathischen US-Amerikanern definitiv geglückt – ein Comeback wie Phönix aus der Asche, womit in dieser Form nicht zwingend zu rechnen war, was jedoch vor allem den 2012 verunfallten John Baizley und Pete Adams ganz und gar zu gönnen ist. Schön, dass ihr zurück seid.

Als Grafiker komme ich nicht um hin das grafische Konzept der Band zu loben, den jede der Platten steht (wie vielleicht schon erraten) unter einem farblichen Thema, Rot, Blau, Gelb Und Grün und diesmal eben Lila und gezeichnet wurde es vom Sänger Baizley dessen Stil derzeit als Blaupause für unzählige Bands des Genres herhalten muß und wenn sich junge Bands die Frage stellen ob sie in aufwendige Grafigen investieren sollten von mir ein klares JA! Seht euch dieses Artwork an, allein dafür lohnt sich der Kauf der Platte!

Wir hören schon im Hintergrund Chlorine & Wine!

(dennis klostermann)

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