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Bildarchiv

Bildarchiv vom 17.02.2016

Eva - Am 07. Februar 2016 wurde August Rodins berühmte Bronzeplastik „Eva“ am späten Nachmittag von ihrem Sockel gestoßen.
104 Jahre lang stand sie im Foyer des Hauptgebäudes der heutigen Bauhaus – Universität.
Sie ist gänzlich nackt, ihre Arme verschränken sich neben dem Kopf, als ob sie sich vor unbekannten Mächten schützte.
Eine ungemein sinnliche und zugleich beunruhigende Geste.
Sie war ein Element der sogenannten „Höllenpforte“, die der Künstler ursprünglich für das Pariser „Musée des Arts Décoratifs“ geschaffen hatte.
Im Jahre 1912 wurde sie im gerade vollendeten Hauptgebäude der Weimarer Kunsthochschule aufgestellt.
August Rodin hatte bekanntlich keinen guten Ruf in großen Teilen des Kulturbürgertums der Stadt Weimar.
Das nahm Anstoß an seinen erotischen Plastiken und Zeichnungen. Jahre zuvor waren sie in einer spektakulären Ausstellung gezeigt worden.
So forderte der damalige Rektor der Kunstschule Fritz Mackensen im Jahre 1916, das Kunstwerks dieses „Schmähers“ aus dem Foyer zu entfernen. Und im Umfeld des ersten Weltkriegs verschwand sie für kurze Zeit von ihrem Sockel.
Frankreich war ja der Erzfeind.

Seit etwa 1919 stand sie wieder am alten Platz und verleiht dem weltberühmten Treppenhaus seine unverwechselbare Aura.
Selbst den zweiten Weltkrieg hat sie unbeschadet überstanden. Und nun das.
Laut Zeugenaussagen soll ein junger Mann die knapp zwei Meter hohe Plastik umgestoßen haben:
Ungefähr 1,80 m groß, sportliche Figur, kurzes schwarzes Haar, blaue Jeans, weiße Sportschuhe, Handschuhe mit weißen Applikationen, verspiegelte Pilotenbrille und Basecap.

Seit einigen Tagen ist nun auf der virtuellen Pinnwand der hiesigen UNI ein Polizeifoto der umgestoßenen Bronzeplastik „Eva“ zu sehen: Wie ein gefallener schwarzer Engel liegt sie auf dem Boden. Ihr Kopf mit den verschlungenen Armen verschwindet unter der Treppe.

Brutal sieht das aus und zum Steinerweichen.

Da muss jemand außerordentliche Wut gehabt haben.
Oder zünftig auf Droge gewesen sein.

Sowas nennt sich dann wohl unheilvolle Vorahnung kommender Zeiten.

(Claus Bach)

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