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Tonspur

Tonspur vom 17.02.2016

Sivert Høyem: Lioness -


Wie sie hören bin ich erkältet und das schon eine Weile, wie man im Einsprecher die Woche über schon hören konnte. Das passt eigentlich ganz gut zu dem Sänger um den es heute hier gehen soll - Sivert Høyem, den ich schon seit ca 20 Jahren begleite – musikalisch versteht sich. Er hat diese wunderbar dunkle melancholische Stimme und das auch ohne Erkältung.

Der Norweger hat mich bereits in den Neunzigern als Teil von MADRUGADA mit seiner einzigartigen Stimme fasziniert und seitdem wurde ich nie enttäuscht. Schon zu MADRUGADA-Zeiten hat der 40-jährige auch solo veröffentlicht und zeigte sich bei diesen Gelegenheiten ebenso ausdrucksstark wie im Zusammenspiel mit dem 2007 plötzlich verstorbenden Gitarristen Robert Burås. Worauf auch die Band zerbrach und er weiter Solo arbeitete.

Nach dem 2014er „Endless Love“ schenkt uns SIVERT HØYEM mit „Lioness“ zehn weitere großartige Songs, die im besten Sinne wieder gewohnt melancholisch sind und den geneigten Hörer mit in die düstere, stimmungsvolle Nacht nehmen.
Sein mittlerweile schon fünftes Soloalbum packt den Hörer gleich vom ersten Ton an.
„Sleepwalking Man“, schon vorab als Single veröffentlicht, eröffnet das neue Album standesgemäß: Mit gekonnt inszenierten Streichern und Høyem einnehmendem Bariton. Die Stimme nimmt auf „Lioness“ einen noch größeren Raum ein als in den früheren Werken.Das folgende „Fool to your crown“ schickt den Hörer in eine etwas andere Richtung. „Pop“ heißt die Devise. Eingängig und freundlich mit selbstbewusstem Gesang - aber auch nicht ohne ein paar Mollakkorde.

Wenn der Sänger in den folgenden acht Songs immer wieder zwischen diesen beiden Polen pendelt, sind es gerade die dramatischeren Songs, die unter die Haut gehen. Das schwermütige „It belongs to me“ zum Beispiel oder das trotz schlichter Melodieführung packende „The Rivera of Hades“. Dabei ist es immer wieder faszinierend, wie Høyem die Songs alleine mit Seiner Stimme trägt. Denn nicht selten ist die Instrumentierung zwischen Folk, Twang und Sonnenuntergangsstimmung sparsam angelegt. Das düster vibrierende „The Boss Bossa Nova“ ist ein gutes Beispiel wie sich aus einfachen Mitteln eine starke Faszination entwickeln kann.

Mit „Silences“ kultiviert sich Sivert Høyem fast als männliche Lana Del Rey und beschließt damit dieses Album, das nicht ganz die emotionale Power seines Vorgängers aufweist, aber trotz allem etwas besonders ist - wie die anderen Platten auch, auf denen diese Stimme zu hören ist.

Sollte dieser Sänger oder seine Vorgängerband Madrugada sie irgendwie musikalisch berühren, laufen sie los und kaufen sie sich auch die älteren Platten, es gibt dort in punkto Melancholie noch eine Menge zu entdecken. Die Zeit ist genau richtig um sich eine gute Flasche Wein zu öffnen, den Kamin an zumachen und sich bei seiner Musik auf dem Löwenfell zu drapieren

Wir hören nun „The Boss Bossa Nova“ ein kleines Miniepos und der vielleicht schwungvollsten Titel der Platte.

(dennnis klostermann)

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