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Kulturrückblick

Kulturrückblick vom 11.04.2016

Quo vadis? Heimische Soziokultur im Wandel - Anmoderation:
Am Wochenende trafen sich Vertreter verschiedener soziokultureller Initiativen zu einer Klausur, um neue Projekte und Ziele zu diskutieren. Und Wolfgang Renner hat zugehört, unter anderem auch, um zu erfahren, von welchen Sorgen hiesige Vereine, Projekte und Initiativen derzeit umgetrieben werden...


Wie weiter mit der Soziokultur? Diese Frage stellt sich derzeit wieder einmal umso dringlicher für viele Projekte und Initiativen in freier Trägerschaft.
Wer verbirgt sich denn dahinter, - hinter diesem Etikett Soziokultur? Das ACC, der C.Keller, der Zirkus Tasifan, der e.werk-Verein und die Gaswerk-Projektwerkstatt, das Stellwerk-Jugendtheater, der Kasseturm, der Tragwerk-Verein von der Bauhaus-Uni, die Other Music Academy, auch Radio LoTTe und noch einige mehr aus Weimar. Oder Schloss Tonndorf, das Baumbachhaus in Kranichfeld, das Kassablanca in Jena, das Folkfest in Rudolstadt oder auch das Textil-Literaturfestival in Erfurt... Etwa 80 solcher Thüringer Kulturprojekte, die nicht in Trägerschaft einer Stadt oder gar des Landes sind, haben sich dabei in einer Landesarbeitsgemeinschaft zusammengefunden, weil sie alle gleiche oder ähnliche Probleme haben, die gelöst werden wollen...

Und in diesem Verband klingeln derzeit wieder einmal schrill die Alarmglocken. Der Grund: es gibt etliche Veränderungen im kulturellen Umfeld – zumindest sind die Veränderungen geplant: Gebietsreform, Theaterreform, Kulturfördergesetz... All das mag notwendig sein. Nur: bei all den Diskussionen im Vorfeld dazu spielen die kleinen Player überhaupt noch keine Rolle, werden noch nicht einmal dazu gehört.
Kommt daher die Furcht vor einer Veränderung? Immerhin plädieren viele Mitglieder der soziokulturellen Familie selbst auch für eine Notwendigkeit bestimmter gesellschaftlicher Veränderungen und feiern Innovation und Avantgarde – und das kann ja dann nicht nur ästhetisch gemeint sein.

Weimars Kulturinitiativen, die ich hier genannt habe, sind durchweg unterfinanziert, haben durchweg einen viel größeren Personalbedarf, leisten sehr viel mit wenig Geld. Das ist Fakt. Der Gerechtigkeit halber muss man aber auch sagen, dass es vielen der Weimarer Kulturinitiativen im Vergleich zu ihren Kollegen an anderen Orten – im ländlichen Raum zum Beispiel – doch recht gut geht, was Arbeits- und Produktionsbedingungen angeht. Aber selbst das muss man jetzt auch wieder mit einem Fragezeichen versehen – nämlich im Zusammenhang mit der geplanten Gebietsreform.
Während die Projekte in unseren Nachbarstädten Erfurt oder Jena erst einmal gesichert scheinen, so muss man in Weimar im Zuge eines möglichen Verlusts der Kreisfreiheit doch bangen, weil sich damit auch Strukturen und Verfahrensweisen zur Finanzierung und Förderentscheidung verändern können oder verändern werden. Schlimmstes Szenario wäre: In Sömmerda muss man dann befinden, ob das „mon ami“ in Weimar überhaupt noch einen Zuschuss erhält. Damit sei nichts gegen möglicherweise neue Kollegen aus Sömmerda oder Apolda gesagt – aber einige Prioritäten werden sich dann doch wohl auch deutlich verändern.

Anderes Beispiel: Die Theaterreform, von der die freie Szene zunächst einmal ja gar nicht betroffen scheint. Ein Reformziel ist die Angleichung und ggf. auch Anhebung der Tariflöhne vieler am Theater beschäftigter Mitarbeiter. Das ist gut, schafft aber auch Bedenken bei den anderen, wenn nicht im gleichen Zuge gesagt wird, woher das Geld dafür genommen wird. Wenn dann der Theater-Etat des Landes nicht aufwächst, kann es eigentlich einzig nur der freien Kulturarbeit weggenommen werden. Andere Spielräume lässt der Kultur-Haushalt im Lande doch eigentlich nicht zu...

Und das beabsichtigte Kulturfördergesetz? Ist ja prinzipiell ebenfalls gut und wohl auch notwendig. Nur, wenn der Prozess zur Gesetzgebung ebenso schwierig, holprig und im Ergebnis ebenso unbefriedigend ausgeht, wie bei der Theater-Reform, dann hat man letztlich das Image der Kultur nicht wirklich gefördert...

Wie also weiter mit der Soziokultur, mit den kleinen Playern in der großen Kulturlandschaft Thüringen?
Die Frage steht, ihr Ausgang ist offen...


Abmoderation:
Soziokultur – quo vadis? Eine wohl niemals endende Fragestellung in der Kulturpolitik. Wolfgang Renner hat in seinem Kulturreport heute über die neuen Sorgen und Probleme in diesem soziokulturellen Praxisfeld gesprochen...

(Wolfgang Renner)

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