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Kulturrückblick

Kulturrückblick vom 28.04.2016

Kunstfest 2016 - das Programm - Anmoderation:
Das Kunstfest Weimar 2016 kommt... Wir hörten es bereits in den Nachrichten, und auch heute morgen schon bei Radio LoTTe in einem Beitrag, als Kunstfest-Leiter Christian Holtzhauer über Sinn und Wert dieses Festivals sprach. Nun ist Wolfgang Renner hier im Studio und wird über einige Details im diesjährigen Kunstfest-Programm zu berichten …


Gestern also war Programm-Pressekonferenz für das Weimarer Kunstfest 2016. Ab Montag beginnt der Kartenverkauf für die Veranstaltungen, und im Internet kann man sich jetzt auch über das Programm informieren. Einige der geplanten Veranstaltungen sind ja schon eine ganze Weile bekannt, andere noch in Planung – die Festivalgestaltung ist ein permanenter Prozess...

Was also gibt es Neues in diesem Jahr? Viel Tanz und Performance; das ist ein Schwerpunkt im Programm. Allem voran aber steht eine Frage: Wozu Kunst? Die Auseinandersetzung mit dieser Frage zieht sich durch viele Veranstaltungen: Theater und Lesungen, Ausstellungen, Filmvorführungen und Dispute... Und auch die Begegnung mit Peter Weiss' „Ästhetik des Widerstands“ wird in diesem Jahr wieder sehr intensiv geführt– mit einer ganzen Reihe an Veranstaltungen, die meist auch noch an außergewöhnlichen Orten in der Stadt stattfinden werden.

Wozu Kunst? Man möchte meinen, diese Frage ist doch längst beantwortet. Das Kunstfestprogramm aber zeigt auf, dass man sich da an vielerlei Aspekten noch immer reiben und abarbeiten kann. Situationen für das künstlerische Schaffen ändern sich stets. Als im vorigen Jahr das zweite Kunstfest in der Ära Christian Holtzhauer war, stand beispielsweise die Flüchtlingsfrage noch gar nicht so präsent im Raum. Jetzt, 2016, geht es freilich viel mehr noch auch um Emigration, Austausch mit fremden Kulturen und um die Frage von Demokratie und Weltoffenheit im Zuge der Globalisierung. Das zeigt sich dann auch in der künstlerischen Besetzung mancher Programme.
Das Weimarer Kunstfest also ist politisch. Es sucht mit seinen Mitteln eine ästhetische Haltung zu den Fragen unserer Zeit. So etwas trifft freilich nicht jeden Geschmack, ist auch nicht immer erbaulich, aber wichtig durchaus.
Nein, ein Avantgarde-Festival ist dieses Kunstfest noch nicht, erklärt Festivalleiter Christian Holtzhauer. Aber immerhin; es ist doch Thüringens größtes, bekanntestes Festival für zeitgenössische Künste. Das wollen die 17 Kunstfesttage auch diesmal wieder unterstreichen: mit 28 Produktionen an 24 Spielorten in insgesamt über 100 Veranstaltungen und mit mehr als 300 Künstlern aus 21 Nationen.

Und bei diesem Angebot fällt es schwer, in Kürze das gesamte Programm gebührend vorzustellen; eine Auswahl wird in ihrer Wichtung immer ungerecht sein... Aber schon das Konzert der Jungen Deutschen Philharmonie, zusammen mit der Tänzerin Sasha Waltz und Gästen wie der Geigerin Carolin Widmann, das an den beiden Eröffnungsabenden stattfindet, wird ganz gewiss ein besonderer Höhepunkt.
Am Ende des Kunstfests bestreitet dann das „Schlagquartett Köln“ mit Neuer Musik ein Abschlusskonzert, in einer Halle des ehemaligen Weimar-Werks – unter dem Titel „Der aufgefaltete Raum“.
Dazwischen – also zwischen dem 19. August und dem 04. September 2016 – gibt es (wie gesagt) viel Tanz, manch interessante Projekte europäischer Regisseure oder chinesischer Künstler, oder auch Pop im ästhetischen Widerstand – beispielsweise wenn Sängerin Anna Mateur gemeinsam mit der Thüringer STÜBA-Philharmonie an Rio Reiser erinnert oder die Belgierin Lisbeth Gruwez zur Musik von Bob Dylan tanzt. Weiter: „Evros Walk Water“, ein John-Cage-Re-Enactment vom „Rimini Protokoll“ oder „Keine Angst vor gar nichts“, ein Familientheaterstück einer dänischen Theatertruppe. Oder … oder ...

Vom Eröffnungsfest am 19. August auf dem Theaterplatz (zu dem man wieder sehr viele Zuschauer erwartet), bis hin zu „Goethe – Vom Verschwinden“, (so der Titel einer Theaterinszenierung und - installation im Schießhaus, für jeweils nur einen Zuschauer), da sollte doch für jeden etwas Interessantes dabeisein – so zumindest ist es Wunsch der Festivalmacher.

Und auch deshalb gibt es wieder Altbewährtes, wie zum Beispiel das Festivalzentrum mit Programmen alltäglich auf dem Theaterplatz, oder eine "Sehr Junge Jury", einen "Kunstfest Jugendclub" oder eine Patenklasse für das Kunstfest – hierfür können sich Schulklassen übrigens noch bewerben.
Mit ausführlichen Berichten, Veranstaltungsrezensionen und mit mehreren Kunstfest-Live-Sendungen vom Theaterplatz wird dann auch Radio LOTTE wieder dabeisein, ebenso wie viele andere Weimarer Projekte vom Stellwerk-Theater über die Other Music Academy, der Bauhaus-Universität oder der Galerie Eigenheim, der Fotothek in der Karl-Liebknecht-Straße, und natürlich auch dem Deutschen Nationaltheater selbst.

Eine Programmpressekonferenz in Thüringen kommt derzeit allerdings auch nicht ohne Verweise auf die Finanzpolitik und ohne kulturpolitische Argumentationen aus; denn bevor künstlerisch danach gefragt werden kann: Wozu Kunst? - da muss man sich hierzulande immer wieder auch erst einmal rechtfertigen für das Geschehen. Und so gibt es eben auch permanent die Sorge nach dem Fortbestand dieses Festivals. Wir hörten heute morgen davon...

Zunächst aber erst einmal, was zu wissen jetzt wichtig ist: Der Kartenverkauf beginnt, wie gesagt, am Montag. Und wer bis zum 23. Mai seine Tickets bucht, erhält 20% Rabatt darauf. Einen gleichen Rabatt gibt es für Inhaber von Theater-Abos – und das gilt übrigens für alle Thüringer Theater. Und auch die Vielbucher-Rabatte gibt es in diesem Jahr wieder – ab 6 Veranstaltungen zum Kunstfest Weimar 2016.


Abmoderation:
Kunstfest Weimar 2016 – es lebt! … zunächst noch ...
Wolfgang Renner gab einen Einblick in einige Programmvorhaben dieses Jahres.

(Wolfgang Renner)

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