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Kommentar vom 25.05.2010

Ganz viele Nullen - Vor zwei Wochen beschlossen Europäische Union und Internationaler Währungsfonds einen Rettungsschirm ins Leben zu rufen, um im Bedarfsfall gegen neue Angriffe von Spekulanten gegen Euro-Staaten gerüstet zu sein. Deutschland müsste im Maximalfall 123 Milliarden Euro aufbringen. Summen, bei denen man schon Unbehagen fühlen kann und so ging es auch vielen Parlamentariern aller Parteien, die dieses Gesetz im Bundestag durchwinken sollten – ohne richtig darüber von der Bundesregierung informiert zu werden. Und so hatte nicht nur die Opposition Schwierigkeiten damit. Auch etliche Abgeordnete von CDU, FDP und CSU stimmten dagegen. Ohne die zahlreichen Überhangmandate, die die CDU/CSU im letzten Jahr gewonnen hatte, wäre keine Mehrheit für den Rettungsschirm zu Stande gekommen.

Ob er viel bringt bleibt ohnehin abzuwarten. Am Pfingstmontag gab der Euro wieder deutlich nach – gegenüber dem US-Dollar, der letztendlich nicht mehr wert ist als das Papier, auf dem er gedruckt wird. Denn die US-Notenbank lässt seit Jahrzehnten die Notenpresse laufen, ohne dass eine Deckung dafür vorhanden wäre. Es ist zu befürchten, dass dem Euro ein ähnliches Schicksal blüht, denn alle Grundsätze einer stabilen Geldpolitik wurden plötzlich über den Haufen geworfen: de facto eine Bankrotterklärung und eine Kapitulation vor den Spekulanten. Denn die werden jetzt erst recht zuschlagen. Der Spieltrieb ist geweckt. Die 750 Milliarden Euro sind eine Herausforderung, die man nun zu knacken versuchen wird. Als nächstes werden dann Summen in Billionenhöhe nötig. Eine Inflation scheint nicht mehr ausgeschlossen. Fragt sich nur, ob es sich um eine moderate Geldentwertung handelt, die durchaus erfolgreich sein kann. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte Großbritannien eine Staatsverschuldung von 180%. Durch jährliche Inflationsraten um die 10% konnte die deutlich gesenkt werden. Allerdings verlor das Pfund gegenüber der DM auch gut drei Viertel seines Wertes. Es kann aber auch sein, dass wir bald alle 750 Milliarden Euro in der Tasche haben werden – wenn wir zum Bäcker gehen, um Brötchen zu kaufen.

(Oliver Kröning)

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