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Hörbuchrezension

Hörbuchrezension vom 06.01.2009

Jostein Gaarder: Der Besuch des Schriftstellers - Das vorliegende Hörbuch ist wieder einmal ein typischer Gaarder, sehr rund und beinahe gemütlich geschrieben und voller philosophischer Gedanken.

Es ist natürlich nicht alles eins zu eins zu begreifen, dennoch bergen die drei auf dieser CD enthaltenen Geschichten jede Menge Wahrheiten. Während in der Titelgeschichte "Der Besuch des Schriftstellers", ein theistischer Gedanke zugrunde gelegt werden kann, es geht schlicht um die Frage, wer hat eigentlich wen erschaffen, der Schriftsteller die Romanfiguren oder existiert der Schriftsteller lediglich in der Fantasie der Figuren, schlägt die zweite Geschichte "Der Mann, der nicht sterben wollte", eine Brücke in die gedankliche Welt der Vergänglichkeit. Ein Mann erfährt, dass er sterbenskrank ist und reagiert sich in einem Porzellangeschäft ab. Der entstandene Schaden ist hoch und es kommt zu einem Aufwiegen zwischen materiellen Verlusten des Lebens und dem Gedanken an den Verlust des Lebens an sich. Und schließlich in Geschichte drei "Theobald und Theodor", ringen wiederum ein Schriftsteller und seine Figur um Autonomie. Mit Sicherheit bedingen sich beide tatsächlich und keiner ist ohne den anderen, was er ist. Klingt ein wenig banal, doch seien wir ehrlich, das Leben ist es auch und, wie ich meine, gerade in diesem scheinbar Banalem steckt oftmals die Essenz unseres Daseins.

Das ganze souverän gelesen von Hannelore Hoger, die mit ihrer stets zwischen Distanz und Nähe schwingenden Stimme, für Gaarders Texte prädestiniert scheint.

Der Besuch des Schriftstellers von Jostein Gaarder
gelesen von Hannelore Hoger
erschienen beim Kreuzverlag
1 CD, ca. 60 Minuten
Preis 17,95 Euro
ISDN: 978-3-7831-2992-2
www.herder-audio.de

(Shanghai Drenger)

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