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Kommentar

Kommentar vom 16.08.2002

Das Hartz-Papier - Heute ist es nun soweit. Das schon zur Legende gewordene Hartz-Papier soll in Einzelheiten vorgestellt werden. Bisher sind nur einige Probierhäppchen daraus unters Volk gestreut worden. Doch was werden die Arbeitslosen am Ende davon haben? Wird es ihre Situation verändern? Werden sie in absehbarer Zeit wieder zu denjenigen gehören, die aus scheinbar gehobener Position auf die Faulen, Älteren und Ungebildeten herabschauen? Letztere sind ja nach Meinung einiger ganz Schlauer die einzig Betroffenen, oder richtiger, die bisher Betroffenen gehören angeblich zu Letzteren.
Fakt ist, die Maschen des sozialen Netzes werden gelockert - mit der Option auf ein Auseinanderfallen desselben. Fast muss ich glauben, das ganze große Getöse läuft am Ende doch nur darauf hinaus, die Statistik zu schönen. Wer z.B. nicht bereit ist für einen Job den Wohnort zu wechseln, steht schon von vornherein an dem Schalter, wo's die Tickets für das Vergessen gibt. Ein Stempel und schon sinkt die Arbeitslosenzahl um Eins.

Fragen tauchen auf: Welches Ziel verfolgt das sogenannte Hartz-Papier? Warum trägt es überhaupt diesen unklaren Namen? Weshalb heißt es z.B. nicht einfach "Konzept zur Schaffung von Arbeitsplätzen"? Auch wenn manche Vorschläge daraus ganz brauchbar klingen - das Misstrauen bleibt. Zuviel ist bisher in dieser Richtung schief gelaufen. Auch die partei- und lobbypolitischen Aufschreie, von wegen Wahlkampfgeklingel oder PR-Aktion können mich getrost kalt lassen. Diejenigen, die so rufen, hatten viele Jahre lang selbst keine besseren Ideen. Und ob sie heute welche haben, ist mir nicht bekannt.

Vielleicht, so suggeriert es die Hartz-Kommission, liegt die Glückseligkeit der Arbeit ja auch in der Selbstbeschäftigung, der Selbständigkeit - der beschworenen ICH-AG. Noch ist mir nicht ganz klar, was sich die Kommission darunter vorstellt. Vielleicht werde ich das erst in den nächsten Tagen verstehen.

Vorerst jedoch werde ich den beunruhigenden Gedanken nicht los, dass ICH-AG irgendetwas mit Vereinzelung zu tun hat.

(Shanghai Drenger)

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