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Hörbuchrezension

Hörbuchrezension vom 09.10.2007

Ines Thorn: Die Pelzhändlerin - Dieser Roman bietet Buch-Gefühl pur. Auch beim Hören. Es beginnt mit dem Umfang: gute 9 Stunden Hörbuch, ein Wälzer von einem Buch, wenn wir so wollen. Es geht weiter mit der Verpackung: ein stabiler Pappkarton, verziert mit dem Bildnis einer weiblichen Halbfigur von Sebastiano Piomba, Anfang 16. Jahrhundert. Soviel zum ersten äußeren Eindruck.

Gestaltung und Umfang. Hier hat das Hörbuch genau das, was man gewöhnlich bei Historienromanen erwarten darf. Viel Bild, viel Flair, viel Kulisse. Es ist auf 6 CDs genügend Zeit, all dieses auszubreiten. Keine Zeitbegrenzung drückt auf die Lesende Andrea Hörnke-Trieß, die wundervoll gelassen und einfühlsam die Geschichte widergibt.

Ach ja, die Geschichte: es ist eine der netten historischen Frauenfiguren, die in dieser Geschichte zum Leben erweckt wird. Eine der netten Frauenfiguren, ich meine es tatsächlich so zynisch wie es klingt, denn wenn auch die Geschichte rundum überzeugt, die Idee ist nicht die neueste. Rechtlose Frau im ausgehenden Mittelalter macht auf eigene Faust, mit viel Glück und eigenem Geschick Karriere. Okay. Das ist das Credo.

Nein, DIE PELZHÄNDLERIN birgt für sich alle guten Qualitäten eines historischen Romans: konkret gemachte anschauliche Personen in einer mehr als nur vage vorgestellten Welt. Seien wir ehrlich, was wissen wir schon über das Mittelalter? Fakten vielleicht. Aber können wir uns in die damals Lebenden hineinversetzen? Dieser Roman versucht es - mit Erfolg. Die Storie selbst, die mir persönlich streckenweise zu viele Glücksmomente birgt, ist packend und umfassend. Die Figuren sind gefühlvoll und verständlich gezeichnet. Was einmal angesprochen wurde, wird an anderer Stelle auch wieder aufgegriffen. Kein Detail geht verloren.

Nahezu genial ist die Einführung in die Geschichte: eine gleich am Beginn überraschende Aktion einer Wäscherin verhilft deren Tochter zu unerwartetem Glück. Zwar bedarf es zunächst einiger krimineller Energie, doch mit beinahe religiöser Verantwortung gelingt es der Protagonistin den unrechten Einstieg mit positiver Energie zu beladen. Und natürlich: das Ende - geht es gut aus oder nicht? Ines Thorn hat eine beinahe brillante Weise der Auflösung gefunden.

Mein Tipp: das nächste Weihnachtsfest ist nicht mehr weit und langsam darf über Geschenke nachgedacht werden. DIE PELZHÄNDLERIN darf ruhig in Erwägung gezogen werden.

DIE PELZHÄNDLERIN von Ines Thorn
gelesen von Andrea Hörnke-Trieß
6 CDs , 464 Minuten
erschienen im Kreuz-Verlag
www.verlagkreuz.de
ISBN 978-3-7831-2913-7
Preis: 24,95 Euro

(Shanghai Drenger)

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