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Hörbuchrezension

Hörbuchrezension vom 05.10.2004

Dichterinnenprojekt: Komm zu mir in der Nacht, auf sieben Sternenschuhen - Tja, da hab' ich mich wohl etwas verschätzt. Für meine erste Hörbuchrezension wählte ich das im Umfang überschaubarste Stück: "Komm zu mir in der Nacht, auf sieben Sternenschuhen". Ein Dichterinnenprojekt, eine CD, - also eine zu bewältigende Arbeit für ein erstes Mal - dachte ich. Begegnet ist mit jedoch eine umfassende, erstaunlich dichte und intensive Sammlung von Poesie, die sich nicht so nebenbei hören läßt. Man sollte sich zeitlich und insbesondere emotional darauf einlassen können. Gelingt das, darf man sich auf ein kompaktes und packendes Hörerlebnis freuen.

Lyrik großer Dichterinnen wird vorgetragen von namhaften Schauspielerinnen wie Katharina Thalbach, Rosemarie Fendel oder auch Hannelore Hoger, umrahmt von sensibler Musik- diese wiederum komponiert und abgestimmt auf Dichtung und Stimmen. Grundlegendes Thema ist - die Liebe. Wer sich jedoch noch nicht, nicht mehr oder auch gerade eben nicht mit den starken Gefühlen von Sehnsucht, Trauer oder Euphorie einer geliebten Person gegenüber herumschlagen muß, könnte inmitten dieser Fülle vor dem Pathos zurückschrecken, könnte von der Musik genervt und vom Ernst erschlagen werden. ... und ich stand irgendwo dazwischen. Nicht zu jedem Text fand ich emotionalen Zugang - andere wiederum haben mich berührt.

"Komm zu mir in der Nacht, auf sieben Sternenschuhen" ist eine Zeile aus dem Gedicht "Ein Liebeslied" von Else Lasker-Schüler. Desweiteren sind Werke zu hören von Bettina von Arnim, Ada Christen, Annette von Droste-Hülshoff, Karoline von Günterrode, Ulla Hahn, Karin Kiwus, Betti Paoli, Franzisca Stöcklin, Eva Strittmatter und Katharina Zitz.

Erschienen ist diese Lyriksammlung, für die mir die eigentliche Bezeichnung "Dichterinnenprojekt" nur schwer über die Lippen kommt, weil sie mich an den Schutz bedrohter Tierarten erinnert, bei Random House, 2003.

(Charlotte Sehmisch)

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