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Kommentar

Kommentar vom 07.03.2003

Panik statt Plan - Man stelle sich vor:

Zwei Durchreisende wohnen und speisen fürstlich in einer etablierten Gastwirtschaft, lassen alles anschreiben und verschwinden. Für den Wirt ist das Manko existenzbedrohend. Panisch nach einer Lösung suchend, fängt er an die Stammgäste zu erschlagen...

Eine absurde Geschichte? Willkommen in Weimar.

Seit mehreren Jahren steht fest, dass uns Büttner und Kauffmann außer üppigen Spesen wenig Substantielles hinterlassen haben. Ein wenig frischer Wind in der Weltprovinz ist eben auch nur ein bewegtes Lüftchen.

Die Weimarer Stadtpolitik reagierte auf dieses Erbe ein wenig wie der sogenannte Neue Markt: man hoffte auf bessere Zeiten. Nun haben die unbarmherzigen finanziellen Realitäten die Kulturstadt eingeholt, und sie reagiert, indem sie sich als ebendiese Kulturstadt demontiert.

Das Bienenmuseum ist eventuell populärstes Opfer dieser jahrelangen Planlosigkeit der Verantwortlichen. Doch abgesehen davon, werden ernsthafte Rettungsversuche, beispielsweise der vom Förderverein Bienenmuseum von Herrn Wiese geflissentlich ignoriert. Man spricht von persönlichen Befindlichkeiten, während man auf sinkenden Planken steht. Und selbiger Wiese, der ja eigentlich als Direktor dieser Einrichtung die protestierende Öffentlichkeit vehement einfordern müsste, hält sich im Gegensatz zu seinem verdienten Amtsvorgänger Steiner merkwürdig bedeckt. Eine ähnliche Schweigetaktik hat sich auch der Stadtkulturdirektor Leibrock auferlegt.

Nun kann man das sicher alles mit Sachzwängen erklären. Erwachsene verstehen das zwar auch nicht, können aber verständnisvoll nicken. Wer allerdings die leuchtenden Kinderaugen bei Adventsmarkt und Wachskerzenbasteln erlebt hat, dem werden finanziell dominierte Argumentationen schwerer von den Lippen gehen.

Und was mindestens genauso schwer wiegt: durch solchen Kahlschlag wird auch das Lebenswerk engagierter Mitarbeiter zerstört. Dass solches in unseren Breiten allenthalben auf der Tagesordnung steht, heisst nicht, dass es als selbstverständlich hinzunehmen ist.

Bürger, schützt Eure Anlagen!

(Matthias Huth)

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