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Bildarchiv

Bildarchiv vom 19.05.2010

Die Bazzonale - Da hängen sie nun in der Weimarer Viehauktionshalle: Die über 400 Kunstwerke von über 200 Künstlern der „Bazonnale 2010“.

Und so wandelt man an den langen Bahnen der ausgestellten Arbeiten entlang und ist sprachlos. Denn ein bizarrer Mix unterschiedlichster Coleur hängt einem gegenüber. Pardon, steht einem gegenüber. Schließlich werden auch Skulpturen gezeigt. „Lust 2010“ ist die Ansage der radikal juryfreien Ausstellung.

Und so kommt es, wie es bei basisdemokratischen Präsentationen dieser Art kommen mußte: Eine Art Flachware – Gebrauchtwarenmarkt steht zur Disposition. Dilettantische Kunst-Ergüsse bestimmen das Geschehen und überdecken die wenigen sinnlich -konzentrierten Arbeiten.

Logisch und fast beabsichtigt, dass das die Kritiker sofort auf den Plan rief und sich in den Feuilleton – Abteilungen der Medien enthemmte Kritik ergoß. Die sah freilch die Einzigartigkeit der Kunst abgewertet und erkannte eine neue postmoderne Beliebigkeit. Doch das ist nichts Neues und hat auch schon immer polarisiert.

Neu sind allerdings auch nicht die Argumente der Ausstellungsmacher: Die sehen in Kuratoren-Jurys nichts weiter als „...Kunstgerichte, verschnarchte Vereine, welche and den Kriterien der Vergangenheit kleben und Neues als Krise des Hergebrachten verstehen... Deswegen sorgen diese Jurys auch nicht für Qualität, sondern überwiegend für Langeweile und verdeckt auch für Ihre Selbsterhaltung...“

Na prima. Das wird schwierig für uns Besucher sprich Rezipienten. Werden wir also schlicht verschaukelt oder stehen wir einer visuell -skulpturalen Dokumentation zum Lustbegriff des 21. Jahrhunderts gegenüber? Letzteres war wohl einerseits die Absicht der Ausstellung. Das nach dem Besuch derselben nicht allzuviel im Kopf hängen bleibt, spricht andererseits für die Kritik vieler erfahrener Kuratoren.

Und was sagt uns das? Ausstellungen dieser Art schaffen vor allem eines: Sie offenbaren die extreme Kluft zwischen Kunstvermittlern und Publikum. Denn das will weder vorgeführt noch belehrt werden.

„Kunst kommt nicht von Können – sondern von Lust“ schreiben die Bazonnale – Ausstellungsmacher. Doch manchmal ist man schlicht lustlos.
„Kunst kommt nicht von Können – sondern von nicht anders können“ schrieb einst der österreichische Schriftsteller Karl Kraus. Er scheint recht zu behalten.

(Claus Bach)

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