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Kommentar

Kommentar vom 16.11.2010

Die CDU tagt und tagt und tagt - Stehende Ovationen für die Kanzlerin. Man kennt es ja: das Ritual des Sich-selbst-Feierns bei den Parteien, auch wenn es eigentlich nichts zu feiern gibt. Alle klatschen eifrig; bei der geheimen Wahl aber handeln etliche Delegierte anders. So ist die Wiederwahl Angela Merkels zur CDU-Bundesvorsitzenden mit 90,4% gerade noch so befriedigend. Es waren schon mal deutlich mehr. Einen Schlag ins Kontor musste dagegen Christine Lieberknecht hinnehmen. Weniger als 80% Zustimmung der Landesdelegierten ist in einer autoritär ausgerichteten Partei wie der CDU fast schon ein Misstrauensvotum. Offensichtlich ist die Althaus-Riege immer noch sehr aktiv und geht weit über das Eichsfeld hinaus.

All das ist aber nichts verglichen mit dem, was letzte Woche beim Kreisparteitag der Weimarer CDU stattfand. Der Vorsitzende Peter Krause trat nicht mehr an und man suchte folglich einen Nachfolger. Der Parteitag musste aber unterbrochen und auf das nächste Jahr verschoben werden. Grund: der designierte neue Vorsitzende Kay-Uwe Dorn schmiss hin und verlässt sogar den Kreisverband. Als Begründung gab er an, dass er massive Bedrohungen erhalten habe, die er aus Reihen der CDU-Weimar vermutet. Er solle in seiner Existenz vernichtet werden, heißt es. Paranoia eines Hotelier-Pleitiers oder hat die Weimarer CDU ein ganz massives Intrigantenproblem? Schon vor zehn Jahre drohte der Weimarer CDU die Spaltung, ist zu hören. Kommt dieser Geist wieder? Oder nimmt sich die CDU gar die Linken zum Vorbild?

Wir erinnern uns: vor fast genau einem Jahr spaltete sich die Weimarer Linkspartei. Die Abtrünnigen gründeten die Neue Linke. Ein einzigartiger Vorgang, der angesichts des Charakters einiger Protagonisten aber wohl zwangsläufig war. Seitdem sitzen sieben Fraktionen im Weimarer Stadtrat. Kommt bald auf Grund der bizarren Vorgänge bei der CDU eine achte hinzu? Und könnte dieses Verhalten im vermeintlichen Intrigantendorf gar Schule machen? Gibt es bald auch Weimar-Werk 1 und Weimar-Werk 2, Hellgrüne und Dunkelgrüne, Realo-Sozis und Fundi-Sozis im Weimarer Stadtrat? Es ist nicht gerade ein Aushängeschild der Demokratie, was sich die Weimarer CDU zur Zeit leistet. Hoffen wir, dass die anderen im Stadtrat vertretenen Parteien klüger agieren.

Von Weimarer Verhältnissen spricht man, wenn ein Parlament in zu viele Parteien zersplittert ist. Damit spielt man aber auf die Situation im Reichstag während der Weimarer Republik an. Von der Stadt Weimar ist dabei nicht die Rede - noch nicht.

(Oliver Kröning)

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