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Kommentar

Kommentar vom 11.01.2011

Ein ganz normaler Amoklauf? - Es war die Tat eines Sonderlings, heißt es schon kurz nach dem Attentat auf die demokratische Abgeordnete Gabrielle Gifford, bei dem mindestens sechs Menschen ermordet wurden. Fast scheint es so, dass mit dieser schnellen Erklärung manche Kommentatoren Erleichterung verspüren. Amokläufe diverser Sonderlinge sind in den USA ja fast auf der Tagesordnung. Diesmal aber traf es eine Politikerin der regierenden Demokraten und der Täter hatte sie gezielt ausgesucht. Er ballerte nicht wahllos herum, sondern wollte die Abgeordnete töten.

Und dies alles geschieht in einem Land, das seit über einem Jahr von einer massiven Hasskampagne christlicher Fundamentalisten und der rechtsextremen so genannten Tea Party Bewegung überschwemmt wird. Gewiss, es gibt keinen Beweis dafür, dass der Attentäter sich von der fanatischen Propaganda des ultrarechten Fernsehsenders Fox News Channel oder von Sarah Palins Kriegsrhetorik hat beeinflussen lassen. Andererseits ist nicht zu übersehen, dass sich in den USA zur Zeit kaum jemand dem Klima des Hasses entziehen kann, erst recht nicht ein psychisch labiler Sonderling. Die Situation erinnert ein wenig an die in West-Berlin vor 43 Jahren. Damals agitierte die Springer-Presse massiv gegen den Studentenführer Rudi Dutschke, der 1968 bei einem Attentat von einem rechtsgerichteten Hilfarbeiter schwer verletzt wurde.

Mehr noch als die BILD-Zeitung damals, trägt heute Palin einen erheblichen Teil der Schuld, da sie auf ihrer Website mit einem Fadenkreuz die Wohnorte demokratischer Abgeordneter markierte, die für Obamas Gesundheitsreform stimmten. Auch Gifford stimmte ihr zu. Gerade in einem Land, in dem es viel zu viele Menschen gibt, die sehr schnell bereit sind, zu morden, kann man es schon als vorsätzlich bezeichnen, wenn man verbal so zündelt wie Palin. Sie und andere Hassprediger haben das Land bereits in einen kalten Bürgerkrieg getrieben. Deswegen muss den gemäßigten Kräften in den USA endlich klar werden, von welcher Seite die größte Gefahr für das Land und auch für die restliche Welt ausgeht. Vor allem aber müsste man den Mut aufbringen, Palin und Co wegen Hochverrats den Prozess zu machen.

(Oliver Kröning)

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