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Spielerezension

Spielerezension vom 25.05.2011

Krimidinner - Im Schatten der Premiere - Dinnerkrimis erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Diese unterhaltsame Variante des geselligen Spieles miteinander ist aber durchaus anspruchsvoll.
Zum einen bedarf es einer Spielergruppe von 8 oder 9 Personen, die bereit sind in eine andere Persönlichkeit zu schlüpfen, zum anderen bedarf es für einen gelungenen Spieleabend eines entsprechenden Ambientes.

Die Idee des Spieles ist recht einfach: ein Mord ist geschehen und die Mitspieler sitzen in einer geschlossenen räumlichen Situation beieinander. Einer der Anwesenden ist der Täter oder die Täterin und muss nun überführt werden.

In diesem Fall befinden wir uns im Prag der goldenen 20er Jahre. Gerade eben hat die Premiere zum neuen Stück "Wie ihr es wollt" stattgefunden und der Intendant Joseph Tycha hat einige Bekannte zur privaten Premierenfeier in seine Villa eingeladen. Barbara Starova, der Star des Abends aber ist nicht mehr dabei. Sie wurde tot in einem der Räume der Villa aufgefunden.

Die geladenen Gäste sind bereits vor Beginn des Abends mit ihren Rollen vertraut gemacht – jeder für sich weiß etwas – über sich selbst, aber auch über andere. Im Verlauf der einzelnen Spielrunden werden nun, vielleicht bei einem mehrgängigen Essen, vielleicht in lockerer Partyatmosphäre – oder beidem – die Informationen im szenischen Spiel offen gelegt. Es ist wichtig, dass alle anderen nach und nach die einzelnen Informationen erhalten. Gelegenheit dazu gibt es reichlich, denn das Spiel ist so angelegt, dass sich Spannungsbögen aufbauen, zu denen jeder Mitspieler beitragen kann und dies im Interesse der Ermittlungen und des Spielspaßes an sich auch tun sollte.

Nachdem die abscheuliche Tat öffentlich geworden ist, ermittelt in der Runde die Inspektorin Karola Fischer, optional ihr Kollege Karol A. Fischer; auch diese kennen die Lösung nicht, doch in der Rolle des Ermittlers heißt es für diese natürlich kühlen Kopf und ruhig Blut bewahren. Sind alle Informationen soweit in die Runde gestreut, darf jeder Spieler aus seinem persönlichen Anleitungsheft nun die Instruktionen für die nächste Spielrunde lesen. Und so geht es weiter, Runde um Runde und immer mehr Informationen vernebeln die Köpfe bis schließlich die Runde oder Stunde der Entscheidung naht.
Dann darf jeder Mitspieler einen Verdacht äußern, also den Tipp abgeben, wer denn nun der oder die Übeltäterin sei. Die beiden meistbelasteten Personen werden nun vorläufig festgenommen und die Inspektorin öffnet das Couvert mit der Lösung.
Befindet sich der tatsächliche Täter unter den Festgesetzten, so haben alle, ausgenommen des Täters, das Spiel gewonnen. Ist er nicht darunter so darf sich der Täter als Sieger fühlen. Das ist zwar nicht gerecht, aber so ist das Leben nun mal.

Um den Spaß an der Sache zu erhöhen sollte sich jeder Beteiligte entsprechend kostümieren und die Rolle bestenfalls den ganzen Abend über beibehalten. Im eigenen Testspiel haben wir die Erfahrung gemacht, dass auch die Randgespräche während der zwischenzeitlich eingelegten Raucherpausen einige delikate Details offenbarten. Diese sind dann allerdings in der nächsten Spielrunde der Fairness halber unbedingt allen anderen ebenfalls zur Kenntnis zu bringen.

Ist das Spiel schließlich beendet darf man den Abend gerne im Spielambiente ausklingen lassen. Viel Zeit dafür wird nicht mehr bleiben, denn die Spieldauer ist schon mit gut 3-4 Stunden zu veranschlagen.

Alle Mitspieler geloben gegenüber Außenstehenden Stillschweigen über die Vorkommnisse, denn es kann gut sein, dass man mit anderen Gästen den spannenden Abend noch einmal erleben möchte. Nachteil dieses Spieles ist zwangsläufig die Einmaligkeit der Spielbarkeit. Wer einmal mit zu den Verdächtigen oder Tätern gehörte ist dazu verdammt, beim nächsten mal vielleicht den unbeteiligten und unverdächtigen Butler oder Fotoreporter zu spielen.

Mit den Dinnerkrimis, die seit einigen Jahren von der Firma Krimi-Total auch für den Hausgebrauch angeboten werden, ist den Schöpfern ein großartiger Partycoup gelungen. Gerne darf man das Spiel an langen Winterabenden einfach mal so organisieren oder man nimmt einen Geburtstagsabend oder eine Silvesterparty im überschaubaren Rahmen dafür zum Anlass.
Die Firma bietet mittlerweile eine breite Themenpalette an, aus der man auch altersgemäß das richtige herausfinden wird.
Und damit der Fotoreporter nicht ganz umsonst arbeitet, darf man auf der Internetseite krimitotal.de die schönsten Spielsituationen in einer Fotogalerie zur Schau stellen.

weitere Infos, Themen und alles übrige Wichtige zum Spiel finden Sie unter
www.krimitotal.de
"Im Schatten der Premiere"
Preis: 19,95 Euro
Spieler: 8 bis 9 Spieler (4 männlich, 4 weiblich + 1 m/w, ab 16 Jahren)
Spieldauer: 3 bis 4 Stunden
Autor: Jörg Meißner
Co-Autorin: Antje Hansen
erschienen: April 2005

(Shanghai Drenger)

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