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Spielerezension

Spielerezension vom 30.05.2011

Das original MALEFIZ-Spiel - Neben Halma und Mensch-ärgere-dich-nicht dürfte das MALEFIZ-Spiel wohl inzwischen zu den deutschen Spieleklassikern gehören. Erdacht hatte es der Bäckereiangestellte Werner Schöppner im Jahr 1959. Ein Jahr später brachte der Otto-Maier-Verlag Ravensburg das Spiel zum ersten Mal auf die Spielemesse nach Nürnberg. Inzwischen gehört es mit rund 50 Millionen verkauften Exemplaren zum allgemeinen Spielkulturgut. Der in Deutschland gebräuchliche Name geht wohl auf das lateinische Wort maleficus, zu deutsch ruchlos, zurück, was bereits einiges über die Ambitionen der Spieler aussagt. Rücksicht ist bei diesem Würfelspiel schlichtweg nicht angesagt.

Die Idee ist einfach: vier Spieler versuchen eine ihrer jeweils fünf Figuren über einen Parcours ins Ziel zu bringen. Wem dies als erstem gelingt, ist Sieger. Der Weg dahin ist jedoch im wahrsten Sinne des Wortes steinig.

Elf so genannte Sperrsteine können auf dem Weg liegen und müssen zunächst mit direktem Wurf beseitigt werden. Gelingt dies, darf der aktive Spieler den Stein nun auf ein beliebiges Feld des Spielplanes versetzen und den Kontrahenten damit das Leben schwer machen. Aber Achtung! Der Weg der anderen kann im nächsten Moment auch der eigene sein. Wie philosophisch.

Analog dem Mensch-ärgere-dich-nicht!-Spiel wird auch bei MALEFIZ geschlagen und die geschlagene Figur muss auf das Startfeld zurück gesetzt werden. Nur jeweils eine Spielfigur darf auf einem der Felder stehen. Gezogen wird allerdings in jede beliebige Richtung, so dass das Finden neuer Wege ebenfalls zur Regel gehört.

Die Grundregel allein belässt MALEFIZ bei einem mehr oder weniger glücklichen Würfelspiel. Kleine aber feine Zusatzregeln, die die Spieler miteinander vereinbaren können, bringen aber erfahrungsgemäß mehr Pfeffer in die Partie. So zum Beispiel durch die einfache Regelung, dass komplett eingebaute Teams, also keiner der fünf Spielsteine kann auf Grund von Blockaden bewegt werden, sofort als geschlagen gelten und alle Figuren ins Startfeld zurück gesetzt werden müssen.
Ebenso dürfte ein Spiel sowohl an Zeit, als auch an Spannung gewinnen, wenn alle Figuren einer Farbe das Zielfeld erreichen müssen.
Und so lassen sich sicher noch weitere Varianten erdenken. Der Verlag hat in seiner Jubiläumsausgabe zum 50jährigen einen zusätzlichen Kurzspielplan auf die Rückseite gedruckt: die Strecke ist etwas kürzer und zwei, drei unerhebliche Zusatzregeln verkürzen die Spielzeit enorm – das als Angebot für eine Partie „zwischendurch“.

In früheren Ausgaben des Spieles gab es auch Spielpläne für sechs Mitspieler. Doch der Klassiker an sich ist für zwei bis vier boshafte Spieler ab 6 Jahren gedacht, die sich ein wenig necken möchten und doch ans Ziel kommen wollen. Und so symbolisieren die vier traditionellen Gestalten auf dem Spielplan vom Revolverhelden bis zur feinen Dame im Cocktailkleid vielleicht die Grundtypen der Ruchlosigkeit.

Da die intellektuelle Herausforderung des Spieles eher gering einzuschätzen ist, bleibt den Mitspielenden nebenbei genug Raum für andere geistige Projekte.

Das original Malefiz-Spiel erscheint immer noch im Ravensburger Spieleverlag und kostet dort 17,99 Euro.

Das original Malefiz-Spiel, ein Familienspiel für 2-4 Spieler von 6-99 Jahren
Ravensburger Verlag, Preis 17,99 €

(Shanghai Drenger)

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