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LOTTE's Hörtipp

LOTTE's Hörtipp vom 01.06.2011

The Blue Angel Lounge: Narcotica - Kann die schwermütige CD einer Postrock-Psychedelic-Musikformation gut und abwechslungsreich sein? Sollte man über eine Band schreiben, die Elemente von «shoegazing» in ihrer Musik hat, ohne zu wissen, was «shoegazing» eigentlich ist? Darf man gar unwissend sein, wie «The Velvet Underground» sich einst anhörten und wie sie die Musikgeschichte beeinflußten? Ja. Ja. Und ja. Allerdings, nachzulesen über die Band «The Blue Angel Lounge» ist auch ein wenig aufschlußreich, wenngleich sich Urteil und Empfehlung dadurch nicht wesentlich verändern: «Narcotica» ist eine großartige CD, die man sich in manischen UND depressiven Zuständen gleichgut anhören kann - ein Album, daß keine besondere Jahreszeit braucht, um zu tongewaltiger Geltung zu kommen.

«The Blue Angel Lounge sind eine 2004 gegründete Psychedelic-Rockband aus Hagen. Die konstante Besetzung besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Nils Ottensmeyer und Dennis Melster, das weitere Line-Up der Band wechselt unterdessen ständig. Benannt ist die Band nach einem berühmten New Yorker Club, in dem die Sängerin Nico ihre ersten Soloauftritte hatte.» (Zitat: motor.de) Überraschend dabei für mich war, daß Band und Musiker in Deutschland beheimatet sind, aus unerfindlichen Gründen hatte ich das nicht in Betracht gezogen. Als musikalische Einflüsse werden «The Velvet Underground», «Joy Division» oder «The Jesus & Mary Chain» genannt. Auch diese Sammlung an Urgrößen überraschte mich und ich muß erkennen, daß eine Musikrichtung, zu der ich erst kürzlich einen späten Zugang fand, sehr tiefe Wurzeln in der Musikgeschichte hat.

Zur Zeit gehören zu «The Blue Angel Lounge» neben Nils Ottensmeyer (Gitarre und Gesang), Dennis Melster (Gitarre) noch Robin Briesek (Bass), Theo Berwe (Keyboard), Dennis Göbel (Percussion), Roses Odunga (Drums) - ein Line-Up, das so eigentlich ziemlich alles möglich macht, aber nur dies zuläßt: den «düsteren Gesang von Ottensmeyer sowie viele psychedelische Spielereien [und] vereinzelte Shoegazing-Elemente.» (Zitat: motor.de) «Narcotica» vereint elf z.T. gänzlich instrumentale Stücke mit Längen von knapp drei bis gut sechs Minuten, treibend rhythmisch bis elegisch fließend. Ein strukturell-experimenteller Ausreißer an der 10-Minuten-Schwelle, der das Album noch ein wenig unkonventioneller machen würde (oder doch genre-konformer?) ist allerdings nicht dabei. Im Vergleich zum Debüt-Album sei es gelungen, den «Sound atmosphärisch noch dichter zu machen und die Dynamik nochmals zu erhöhen. Das Ergebnis einer verbesserten Produktion», meint Rezensent «Mel» auf amazon.de. Und das läge am richtigen Experten: Anton Newcombe von «The Jonestown Massacre», schreibt «Mel».

Aber auch diese Referenzen, das gebe ich zu, sind mir unbekannt. Und so gehe ich von meinen Vergleichen aus, die ich aus neuerer eigener Musikrezeption kenne - als da wären «This Will Destroy You» aus Texas mit ihrem gleichnamigen Album oder die französische Band «nara» und ihr Werk «Prélude au hasard», stelle «Narcotica» in die Mitte zwischen beiden und beantworte meine drei Eingangsfragen erneut: Was düster, schwer und melancholisch sein will, darf auch spannend und abwechslungsreich sein. Es war sehr unterhaltsam, über Herkunft und Bedeutung des «shoegazings» nachzulesen. Es interessiert mich auch jetzt noch herzlich wenig, wie «The Velvet Underground» sich einst angehört und wie sie die Musikgeschichte beeinflußt haben.

(Charles Ott)

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