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Kommentar

Kommentar vom 26.09.2011

"Heiligste Messe der Branche" - „Es ist die heiligste Messe der Branche“, schreibt das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL und fügt hinzu, dass es natürlich in dem Land stattfindet, in dem es den dazugehörigen Urknall gab. Und natürlich ist diese eine, die die Gesellschaft spaltet. Einige jubeln euphorisch, andere lehnen sie kategorisch ab und dann sind da diejenigen, die Reformen fordern, denen alles nicht schnell genug geht, die endlich wollen, dass das umgesetzt wird, was schon längst möglich wäre. Andere bremsen dagegen und mahnen, dass man noch Zeit brauche, dass vieles noch nicht ausgereift sei. Was wiederum die Reformer erbost, da sie glauben, es werde nur auf Zeit gespielt und der Umbruch verschleppt.

Und in der Tat erstaunt es, dass auf der gestern zu Ende gegangenen Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt immer noch das Hohelied auf den Benzinmotor gesungen wurde. Und der Elektromotor immer noch belächelt wird. Dabei ist die Forschung insbesondere mit Lithium-Akkus schon viel weiter als von Lobbyisten der alten Automobiltechnologien zugegeben. Längst könnte man kostengünstigere Elektroautos mit größerer Reichweite anbieten. Aber man will eben nicht, weil es eine Technologie ist, die zum Vorteil des Kunden wäre, denn der Wartungsaufwand für das Auto würde sich drastisch minimieren und Ersatzteilkosten kaum noch anfallen. Aber natürlich wird da wieder das Argument der Arbeitsplätze vorgeschoben. Gerade in Deutschland hängen an der Zulieferindustrie so viele Arbeitsplätze, dass es fast schon als nationale Pflicht erscheint, das Benzinauto als das Nonplusultra zu rühmen; ja selbst das Unwort „alternativlos“ dafür zu bemühen. Aber wie lange kann der Fortschritt noch verhindert werden und wie wird dann die Stellung der deutschen Automobilindustrie sein, wenn sie eine Entwicklung verschläft, die in anderen Ländern deutlich mehr forciert wird? Und werden die Menschen im Lande es sich gefallen lassen, dass ihnen die Technologie von morgen vorenthalten wird, dass sie von den Interessengruppierungen belogen und sogar – pardon – verarscht werden?

Dies ist leider allerdings zu erwarten. Denn ein Großteil der Menschen will ganz offensichtlich betrogen werden. Das sieht man ja gerade an einer anderen Massenveranstaltung. Ein Liter Bier sollte eigentlich in der Oktoberfestmaß drin sein. Die Stadt München erlaubt es sogar offiziell, dass es nur 0,9 Liter sind und in der real existierenden Besäufniskultur ist es oftmals nicht einmal ein Dreiviertelliter. Nur einige wenige Glückliche werden tatsächlich nur um 7 bis 8 Prozent betrogen. Trotzdem pilgern Jahr für Jahr sechs Millionen Menschen auf die Wiesn. Und wer ein bisschen nachdenkt, findet bestimmt noch mehr aktuelle Beispiele für unsere Lug und Trug-Kultur.

(Oliver Kröning)

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