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Spielerezension

Spielerezension vom 22.02.2012

The City - Kürzlich stand mal wieder ein kleiner Urlaub auf dem Plan. Tagsüber sollte es ab ins Gelände gehen und Abends? Ein Spiel für die abendliche Unterhaltung darf schon mitgenommen werden. Und bitte: nimm doch mal was Neues mit!
Auf der folgenden Suche nach einem möglichst kompakten Spiel, wegen der Handlichkeit in Sachen Reiseausstattung, bin ich dann auf ein kleines Kartenspiel gestoßen, welches durchaus diesem Anspruch gerecht wird. Es wiegt nicht sehr viel und lässt sich bequem auch in jeder Jackentasche unterbringen. Ideal also in dieser Hinsicht – probieren wir es also gleich mal aus.

In „The City“ agieren 2 bis 5 Mitspieler als Bauherren einer Stadt. Und was für einer – da gibt es Einkaufszentren, Kinokomplexe, Bürgerbüros, Stadtvillen, Reihenhäuser, Güterverkehrszentren, Autobahnen, Sportstätten und, und, und – was eine Stadt eben so zu bieten hat. Und man darf alles bauen ohne Rücksicht auf ästhetische Empfindungen. Wichtig ist nur, die Bauwerke sollten möglichst viel Prestige einbringen, in diesem Falle sind es die Siegpunkte, die Runde für Runde zusammengezählt werden.

Das Spielprinzip ist schlicht: es wird gebaut, dafür bezahlt und dann wird kassiert.
Zum Start nehmen alle Spieler 7 Spielkarten mit Bauwerken auf die Hand, von denen sie gleich mal 2 wieder aussortieren und damit den offenen Ablagestapel begründen. Dann suchen sich alle gleichzeitig ein Bauwerk aus der eigenen Hand aus, welches in dieser Runde gebaut werden soll, dieses wird verdeckt vor den Spielern abgelegt. Haben alle gewählt, werden nacheinander alle Karten aufgedeckt. Mit den übrigen Karten muss nun der Bau bezahlt werden. Haben das alle erledigt, wird das Einkommen in Form neuer Karten vom Nachziehstapel kassiert. Ist dies geschehen, werden für alle Spieler die ausliegenden Siegpunkte auf einem Zettel notiert. Runde 1 ist bereits beendet.

In den folgenden Runden wird die Zählerei mit dem Einkommen und den Siegpunkten ein wenig komplizierter, denn viele Karten verfügen über Symbole der Bauschwerpunkte Erholung, Einkaufen und Verkehr, welche in Verbindung mit weiteren gebauten Einrichtungen durchaus Gewinnbringend werden können. In jeder Hinsicht.
Alle ausliegenden Einkommens- und Siegpunkte werden in jeder Runde neu mitgezählt und zu den bisherigen dazugerechnet. Es wird also stetig mehr – niemals weniger, was den Spielverlauf von Runde zu Runde immer rasanter werden lässt.
Und so geht es weiter, bis schließlich irgendein Spieler in einer Runde die 50-Siepunkte-Marke überschreitet. Dies ist dann definitiv die letzte Runde. Sind alle Auslagen ausgewertet hat schließlich gewonnen, wer die meisten Siegpunkte zu verzeichnen hat.

Soweit die Technik. Die Taktik betreffend ist auch schnell zu lernen, worauf es ankommt. Das hat man nach 2-3 Spielen locker raus, wenn man auch verblüfft und erfreut feststellen muss, wie viele unterschiedliche Karten dieses kleine Spiel doch in sich birgt. Doch eignet sich „The City“ auch wirklich als Reisespiel im Hinblick auf den Unterhaltungswert? Wohl kaum. Zwar scheint es auf Grund seiner Kartenvielfalt und Durchdachtheit sehr komplex, all zu schnell muss man aber feststellen, dass sich im Spiel wenig bis gar nichts wenden lässt. Zwar gibt es die Überraschungsmomente, also Karten, bei denen man sehr lukrativ an den Auslagen der anderen partizipieren darf, doch fehlt dem Spiel unbedingt der Spielverderber-Faktor vielleicht in Form von Interventionskarten gegen die drei einzelnen Schwerpunktthemen. Wer einmal auf der Gewinnerbahn ist, bleibt dort auch. Dabei wäre es doch durchaus realistisch, denn jede Stadt versucht irgendwie den Nachbarstädten Konkurrenz zu machen.
Genau dieser Mangel macht aus dem eigentlich sehr schönen komplexen Spiel letzten Endes einen Langweiler, der bereits am zweiten Abend der Reise zur Frage verleitet: was machen wir heute?

The City von Tom Lehmann bei Amigo; Grafik von Klemens Franz; 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren; ca. 20 Minuten; ca. 7,- € n

(Shanghai Drenger)

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