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Bildarchiv vom 07.03.2012

Der Tag davor - Oder: „Liebe Frauen und Mädchen, zum 08. März, dem Kampf- und Feiertag der Frauen der ganzen Welt, übermittelt Ihnen das Zentralkomitee der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands die herzlichsten Grüße und Glückwünsche.“ Das waren die einleitenden Grußworte des ZKs der SED am 08. März 1989 an die werktätigen Damen der ehemaligen DDR.

Und wieder hatten sie eine neue Frauentags-Glückwunschkarte in der Betriebspost -Ablage. Die sah meist so aus wie die alte. Inflationär war das. Denn in den letzten DDR -Jahren zeigten diese Karten ausschließlich farbige Blumenmotive. Nett garniert mit dünn geschwungenen Zierschriften.

Denn längst war auch der Frauentag zur hohlen propagandistischen Phrase verkommen.

Dass das in den den 1950iger Jahren anders war, beweisen Devotionalen vieler DDR-Archive.
So ist unter www.DDR-Geschichte.de ein Plakat aus dem Jahr 1950 zu sehen. Es erinnert an den 40. Jahrestag des internationalen Frauentages.

In der oberen Hälfte sieht man das Porträt seiner berühmten Initiatorin, Clara Zetkin. Ganz nüchtern in schwarzweiß. Darunter dann das Hauptmotiv: Ein junge Arbeiterin mit Kopftuch blickt über ein großes Lenkrad zielgerichtet in die Ferne. Erwartungsvoll und ehrgeizig.

Die gesamte Grafik ist auffallend groß und orientierte sich freilich an sowjetischen Vorbildern. Inklusive kompatibler Blockschrift – Typografie

Visueller Agit-Prop mit pragmatischem Hintergrund: Infolge Männermangels in der Nachkriegszeit wurde eben jede Frau im sozialistischen Arbeitsalltag gebraucht. Und anschließend ideologisch verhackstückt.

Der Rest ist bekannt.
Für viele Frauen in der Ex-DDR war dieser vermeintliche Ehrentag später mehr als nur penetrant.

Was heute gänzlich anders ist.
Und selbst die blumigen Frauentags-Glückwunschkarten sind aus den Auslagen der Geschäfte verschwunden.

Schade eigentlich.

(Claus Bach)

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