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Hörbuchrezension

Hörbuchrezension vom 20.03.2012

Das Syndikat von Fran Ray - Perr Wiechmann:
Auch heute wollen wir Ihnen wieder ein Hörbuch nahebringen. Shanghai Drenger ist dazu bei uns im Studio. Und es geht um so etwas ähnliches wie den Radio LOTTE-Club, nämlich „Das Syndikat“. So heißt das Hörbuch.

Peer Wiechmann :
Also, ist es wirklich ein Hörbuch über den LOTTE-Club?


Shanghai Drenger:
Das könnte uns natürlich gut ins Konzept passen. Aber nein, und ich will auch sagen, gut so, dass dies nicht der Lotte-Club ist, wenngleich das Anwachsen der LOTTE-Gemeinde auch so etwas wie ein Thriller ist. Denn genau um einen solchen handelt es sich beim Buch von Fran Ray.
Ein Thriller, der, so möchte ich sagen, es tatsächlich in sich hat.
Also, es fängt beinahe ein bisschen idyllisch an, das Eingangsbild sind zwei Frauen mit einem netten Hund und einem Baby irgendwo draußen. Doch dann ist auch schon Schluss mit der Idylle, denn plötzlich fällt der Hund das Baby an. Alles geht aber noch mal gut aus, also dem Baby passiert nichts weiter, aber der Hund wird vorsichtshalber erschossen.
Wie gesagt, die Idylle ist schnell beendet.

Szenenwechsel: eine Journalistin, die Hauptfigur der Geschichte, namens Karen Burnett, erhält in Brüssel einen internationalen Journalistenpreis. Karen ist psychisch ein wenig labil, trinkt viel, nimmt Medikamente und schnell wird klar, sie hat ein Trauma, von dem sie nicht los kommt. Karen war in Afghanistan und an weiteren Brennpunkten der Welt, hat dort schon viel erleben müssen, hat jede Menge Gewalt gesehen und immer versucht, darüber zu berichten. Und kurz darauf trifft sie sich mit einem Fotografen in Brüssel in einem Café, wo es prompt ein Attentat gibt, bei dem der Fotograf stirbt. Nicht ohne, dass er ihr vorher über seine Fotos von einem seiner Informanten berichtet hat, der kurz nach einem Treffen mit ihm angeblich Selbstmord begangen haben soll.

Und dann geht es noch in eine weitere Richtung. Der Typ, der sich angeblich selbst gerichtet haben soll, hatte in Afghanistan eine Einheit einer so genannten privaten Sicherheitsfirma befehligt, die für ein Massaker an Zivilisten verantwortlich war. Oberst Greevy, so heißt der Mann, sollte kurz darauf beim internationalen Gerichtshof dazu aussagen.

So weit der Einstieg in die Geschichte.

Peer Wiechmann:
Und es geht spannend weiter in diesem – ist es ein Politthriller?

Shanghai Drenger:
Durchaus kann man das Buch als solchen bezeichnen. Denn es gibt Futter für alle, die gerne mal Verschwörungstheorien anhängen. Der Hörer kann anfangs noch davon ausgehen, dass es da um die Vertuschung der Hintergründe dieses Massakers geht. Seltsam ist aber, dass nach und nach alle am Massaker Beteiligten Söldner sterben, manche werden depressiv, begehen Selbstmord, sterben an Herzinfarkten oder haben irgendwelche Unfälle. Alles Männer unter 40 Jahren. Jeder für sich eine Killermaschine, also nicht unschuldig. Mitleid kommt da nicht auf, aber die Journalistin weiß, dass da noch anderes dahinter stecken muss und da sie eine unverbesserliche Wühlerin, geht sie der ganzen Geschichte nach. Und als sie im Hotelzimmer des beim Attentat gestorbenen Fotografen nach dessen Ausrüstung sucht, wird sie von einem Unbekannten überrascht, der ihr aber zunächst weiter hilft. Warum, das weiß man anfangs nicht recht genau. Bald erfährt sie aber, dass der Geheimdienst nach ihm fahndet, angeblich wegen Mordes an seiner Frau – vielleicht aber eher deshalb, weil er eine Organisation leitet, die geheime Dokumente hackt und diese im Internet veröffentlicht. Das kommt uns bekannt vor, oder?
Gelesen wird die Geschichte übrigens von Milena Karas, einer Stimme, die ich am Anfang offen gesagt unangenehm fand, die im Lauf der Geschichte aber immer passender wurde.

Peer Wiechmann:
Klingt erst mal spannend, wie geht’s weiter?

Shanghai Drenger:
Ja, mehr will ich gar nicht verraten. Das würde den Rahmen sprengen, denn es passiert wirklich noch einiges mehr.
Um jetzt mal noch was zum Rätseln mitzugeben: es geht in diesem ganzen Hörbuch auch irgendwie um Ameisen. Wenn Sie wissen wollen, inwiefern, dazu empfehle ich einfach mal dieses gute Stück selbst zu hören. Es sind 6 CDs, erschienen ist das ganze im Lübbe-Audio-Verlag und die kosten gar nicht mal so viel. Rund 17 Euro, bzw. als Download im Netz sogar nur 12 Euro.

„Das Syndikat“ von Fran Ray
gelesen von Milena Karas
ISBN 978-3-7857-4616-5
6 CDs, 382 Minuten, Preis: ca. 17 Euro
Lübbe-Audio-Verlag
www.luebbe.de

(Shanghai Drenger)

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