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Bildarchiv vom 06.06.2012

Vorgeplänkel - Obwohl die 13. Documenta erst am kommenden Freitag eröffnet wird, hat sie im Vorfeld schon für einen ersten Skandal gesorgt. Und das höchstselbst von Ihrer Kuratorin Carolyne Christov-Bakargiev.

Die nämlich fühlt sich bedroht von der Konkurrenz. Wenn man so will. Denn gegenüber dem berühmten Museum Fridericianum stellt seit einigen Tagen der Künstler Stephan Balkenhol in einer Kirche aus. Genauer gesagt in der katholischen Kirche Sankt Elisabeth:

Im Glockenturm installierte der Künstler eine männliche Holzfigur mit ausgebreiteten Armen, die auf einer goldenen Kugel balanciert. Fast wie eine Wetterfahne, die sich nach der entsprechenden Windrichtung dreht. Klassisch hintersinnig gedacht.

Frau Christov-Bakargiev sieht nun durch dieses Erscheinungsbild ihr documenta-Konzept hintertrieben. Es verletze Ihren Vertrag mit der Stadt Kassel: Der sichert ihr angeblich das alleinige Gestaltungsrecht des öffentlichen Stadtraumes zu.

Das muss sie allerdings etwas zu wörtlich genommen haben. Denn Kirchenraum ist kein öffentlicher Raum. Seither tobt nun ein Kulturkampf in Kassel. Bei dem allerdings die Documenta – Chefin ziemlich alt aussieht:

Einmal mehr beharrte sie auf ihrem Standpunkt. Und lieferte keine wirkliche Begründung. Was auch durch ständiges Wiederholen derselben Statements nicht besser wurde. Eher schlechter. Enthemmter Öko-Stalinismus der reinsten Art. Dabei ist es um Längen besser, die Angelegenheit als Herausforderung zu sehen. Denn Kunst im öffentlichen Raum hat bekanntlich schon immer von Reibung gelebt.

Stattdessen benimmt sich die Documenta-Kuratorin wie eine verstaubte Kulturgouvernante. Zünftig aus der Zeit gefallen.
Doch eines ist dabei neu: Erstmals beschwert sich eine Ausstellungskuratorin ausgerechnet bei der katholischen Kirche über ein Kunstwerk. Bisher war es stets andersrum.

Das kann ja noch heiter werden.

(Claus Bach)

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