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Tonspur

Tonspur vom 07.07.2012

Orbital - Wonky - Orbital – Wonky

Ich haue gleich mal am Anfang eine Floskel raus: Orbital – zu dieser Band muß man eigentlich nichts mehr sagen.
In konsequenterweise mache ich es trotzdem, weil eben doch nicht alle Orbital kennen, weil es etwas neues von ihnen gibt und weil ich damit das im Hintergrund laufende „The Box“ länger laufen lassen kann. Dieser Song war 1996 der Schlüssel zu dem kleinen Zimmer in meinem Kopf, auf dem elektronische Musik stand. Zu der Zeit hörte ich viel Grunge, quasi ehrliche handgemachte Musik und auf die zappelige Technogemeinschaft habe ich eher verächtlich herab geschaut, bis eben das Album „In Sides“ in mein Leben trat. Eine Platte auf der gerade mal 8 Songs sind, wenn hier die Bezeichnung überhaupt greift, Soundlandschaften in denen man sich treiben lassen konnte. Allein die zwei Teile von „The Box“ gehen 12 Minuten.

Gegründet wurde Orbital 1987 von den Brüdern Phil und Paul Hartnoll. Der Name entstammt der Londoner Ringautobahn Motorway M25, auch London Orbital genannt, in deren Nähe damals viele Raves stattfanden.

Die Gebrüder Phil und Paul Hartnoll haben es von Anfang an perfekt verstanden, den Techno in die Stadien zu bringen. Und dabei waren sie zu keiner Zeit platte Ballermannraver. Ihnen gelang es immer, die Hits – und das waren so einige, wie „Chime“, „Omen“, „Satan“, ihre modernisierte Fassung des „Doctor Who“-Themas oder eben "The Box" – mit anspruchsvoller strukturierten Sounds zu verbinden. Nach einer Albumpause von acht Jahren melden sie sich nun in kaum noch erwarteter Spätform zurück.

Ausgelöst wurde dies durch ihre gefeierte Rückkehr auf die Livebühnen, beginnend mit dem Headlinerposten beim 2009er Big Chill Festival. Und ein sicherlich nicht zu unterschätzender Faktor auf „Wonky“ ist, dass die Abmischung durch Mark Ellis aka Flood erledigt wurde, einen Mann, der noch mehr Synthesizer angesammelt hat als die Hartnolls.

So wird man sofort bei den ersten Tönen von „One Big Moment“ wärmstens im Album willkommen geheißen. Typische Orbital-Sounds, Erinnerungen an die guten Zeiten der 90er Jahre und ein paar frische Elemente zur Abrundung. Und dazu diese gewisse Wärme, die die Musik dieser Band schon immer ausgezeichnet hat.

Mit dem folgenden „Straight Sun“ gelingt ein garantierter Höhepunkt kommender Live-Shows . Hymnisch gerade zu. Gleich danach wechselt das Tempo mit dem verträumten „Never“, einem starken Vertreter ihrer ruhigeren Seite, bevor mit „New France“ – unterstützt durch die markante Stimme von Zola Jesus – der wahrscheinlich und offensichtlichste Hit des Albums startet.

Das das Album gegen Ende etwas schwächer wird stört nicht weiter, “Beelzedub” erinnert namendlich schon etwas an “Satan”, aber nun ist die Zeit gekommen nach Remixen zu suchen oder die Band live zu erleben. Ein Vorgeschmack – oder redet man hier von Nachgeschmack? - bietet die Deluxe edition, auf der die Band live in Australien zu hören ist! Herlich (um mal meine Kollegin Juli zu zittieren)

Hier nun “Straight Sun”

(Dennis klostermann)

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