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Tonspur

Tonspur vom 30.07.2012

Pale Saints - In Ribbon (1992) - Pale Saints – In Ribbon (1992)

Willkommen zur Rubrik: Klassiker die keiner kennt, aber alle kennen sollten!

Ausgangspunkt dieser Tonspur ist meine Sendung mit dem Kollegen Ronald Hirte letzten Sonntag, in der wir dem Label 4AD huldigten. Nicht ganz uneigennützig; man kann ganz offiziell in der alten verstaubten Plattensammlung wühlen und in Erinnerungen schwelgen, ohne Gefahr zu laufen, als ewig gestriger Nostalgiker verpönt zu werden.

Unter den zahlreichen Veröffentlichungen des Jahres 1992 - und das waren nicht wenige -, wie z.B. Angel Dust, von Faith no More, oder Rage Against the Maschine, gab es eine Band namens Pale Saints, die es mir besonders angetan hat. Pale Saints schafften es damals, dass, was ich als meinen Musikgeschmack bezeichne, genau zu definieren.

Die Band wurde im Jahre 1987 in Leeds gegründet von Ian Masters (Bass, Gesang), Graeme Naysmith (Gitarre), und Chris Cooper (Schlagzeug). Im Jahre 1990 stieß noch Meriel Barham zur Band, die zuvor bei „Lush“ gesungen hatte.
Von Anfang an war der Sound gekennzeichnet durch den Chorknabenhaften Gesang von Ian Masters in Verbindung mit einer dunkel eingefärbten Atmosphäre, die durch noisige Gitarren durchbrochen wurde - mit einem Wort Shoegazer! Diese Bezeichnung ist übrigens darauf zurückzuführen, dass Bands wie Slowdive, My Bloody Valentine oder auch Ride bei Konzerten ständig auf ihre Schuhe schauten, was den Künstlern eine besondere introvertierte Note verlieh. Der eigentliche Grund war aber die Vielzahl der Effektgeräte, die der Gitarrist mit dem Fuß bedienen mußte.

„In Ribbon“ ist nach dem Debüt „The Comforts of Madness“ das zweite Album der Band. Produziert wurde das Album von Hugh Jones und auf 4AD veröffentlicht!

Es startet mit dem wuchtigen „Throwing Back the Apple“, einem Song wie eine Dampflok, die aus dem Nebel auftaucht und die dich mitnimmt. Aus dem Fenster schauend ziehen die nebligen Sound Landschaften an dir vorbei. Mal nimmt der Zug fahrt heraus, wie bei dem zauberhaften „Shell“ oder „Blue Flower“, mal zieht er das Tempo an, wie auf „Featherframe“. Du siehst, wie der Schnee fällt, wie sich der Zug durch den Eisregen kämpft, wie Blitze zucken und wie die Sonne am Ende aufgeht. Alles das schafft dieses wundervolle Album. Andere mögen etwas anderes darin sehen - um so besser. “The Superstar in your own private Movie“, wie es in „Blue Flower“ heißt. Was gibt es schöneres, wenn es Musik schafft die Phantasie anzuregen.

Wenn ich mir die Liste der Umbesetzung innerhalb der Band ansehe, vermute ich, dass die Arbeit an dem Album nicht immer reibungsfrei abgelaufen ist, was zwar der Musik gut tut aber leider nicht der Band. 1994 bringen sie noch das Album „Slow Buildings“ heraus, über das ich hier gleich nochmal ins Schwärmen kommen könnte. Aber danach war Schluss. Leider!

Masters spielte noch mit „His Name Is Alive“, zog später nach Japan und gründete dort diverse experimental Bands wie Spoonfed Hybrid , Friendly Science Orchestra oder ESP Summer.

Naysmith und Cooper gründeten noch die Band Lorimer und später arbeiten sie in Leeds mit der Band The Terminals zusammen.

Barham nahm zwei Alben auf unter dem Namen „Kuchen“, was mehr in die elektronische Richtung ging.

Hier nun „Blue Flowers“ - Türen schließen und vorsicht bei der Abfahrt!

(Dennis klostermann)

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