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Hörbuchrezension

Hörbuchrezension vom 29.10.2012

"Quest" von Andreas Eschbach - Science Fiction- Bücher und – Hörbücher sind in der Regel für eine gewisse Spezies geschaffen. Menschen, die gerne mal dieser realen Welt entfliehen, ihre Träume und Gedanken in eine oft ferne Zukunft richten, sind die Zielgruppe. Diese Menschen stehen dem Bestehenden philosophisch eher skeptisch gegenüber und tragen ihre Zweifel an der Vernunft der Menschheit in oftmals abstrusen Geschichten in die Öffentlichkeit oder sie erliegen der Illusion, es stünden der Menschheit tatsächlich ungeahnte technische Fluchtmöglichkeiten zur Verfügung. Manche von ihnen glauben an diese – wohlgemerkt erfundenen – Geschichten.

Eine erfundene Geschichte ist auch die Space-Opera „Quest“ aus der Feder des rennomierten SciFi-Autoren Andreas Eschbach. Eschbach hat in der Vergangenheit zahlreiche Titel geliefert, die trotz Blockbuster-Qualitäten tatsächlich nicht mehr waren als Unterhaltung, zumindest war dies anvisiert. Funktioniert hat es nicht immer.
Mit „Quest“ allerdings ist Eschbach ein Werk geglückt, welches Empfehlungen durchaus verdient hat.

Die Geschichte: Das Reich Gheera steht vor dem Untergang. Die Verteidigungskräfte haben gegen die übermächtigen Legionen des so genannten Sternenkaisers keine Chance. In dieser Situation begibt sich Raumschiffkommandant Eftalan Quest auf die Suche nach dem Planeten des Ursprungs, jener Welt, von dem angeblich alles Leben des Universums stammt.
Vorgeblich folgt er damit dem Befehl des Panthab, dem Oberbefehlshaber der Verteidigungskräfte.
Quest und die Crew des riesigen Raumschiffes starten somit eine legendäre Mission, in deren Verlauf sie weiteren Legenden begegnen.

Zunächst beginnt alles mit einem Überfall auf das geheimnisvollste aller Geheimnisse, einer Art Kloster, deren Mönche es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Wissen der Menschheit zu bewahren. Dieser Überfall liefert Quest die grundlegenden Hinweise für seine weitere Expedition.
Im weiteren greift die Crew ein Raumschiff auf, welches seit einigen hundert Jahren durch das Universum reist, besetzt mit einem einzigen Überlebenden, der sich bald selbst als einer der „unsterblichen Zwölf“ entpuppt.
Quest, der von einer todbringenden Krankheit gezeichnet ist, gerät unmerklich in Widerstreit mit dem Unsterblichen, bis sein Gesundheitszustand es nicht mehr zulässt, weiter das Kommando im Raumschiff zu führen.

„Quest“ von Andreas Eschbach ist ein tiefgründiger Roman, der nicht nur im geschriebenen Wort Fragen aufwirft, sondern auch zwischen den Zeilen einige Sichten auf die unsrige jetzige Welt offenbart. Wie allmächtig kann ein Gott sein, der einem Terrorherrscher wie dem Sternenkaiser das Universum überlässt? Wie gehen selbst die vom Verderben bedrohten Menschen miteinander um – auch auf Quests Raumschiff herrscht ein unzeitgemäßes, rückschrittliches Standessystem. Was für eine Rolle spielt der Glaube an welche wie auch immer geartete Ethik und Lebenshaltung?
Die Expedition des Quest und seiner Crew ist ein pures Vehikel für zahlreiche ungeklärte Fragen – und eben dies macht das Hörbuch in meinen Ohren besonders wertwoll. Erreicht die Crew den Planeten des Ursprungs? Es ist nicht wichtig. Kann vielleicht die Menschheit vor dem Sternenkaiser gerettet werden? Es spielt am Ende keine Rolle. Wird Quest seinem unsterblichen Widersacher doch noch ein Schnippchen schlagen? Lassen Sie sich überraschen.
Eschbach kann nicht immer empfohlen werden, in diesem Fall aber sollte man keinen Bogen um ihn machen.

"Quest" von Andreas Eschbach, gelesen von Sascha Rotermund, 2012 erschienen bei LÜBBEAudio, Preis: 16,99 Euro, 6 CDs
ISBN: 978-3-7857-4663-9

(Shanghai Drenger)

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