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Bildarchiv

Bildarchiv vom 29.11.2012

Vom Brett zur Milch - Vor über einem Jahr machte ein Trend im Internet von sich Reden und schaffte es sogar bis in die klassischen Bildermedien:

“Planking” hieß das Phänomen und löste ganze Wellen von gestellten Bildern aus: Die jeweiligen Protagonisten legten sich meist flach auf den Boden und machten sich dabei steif wie ein Brett. Mit dem Gesicht nach unten. Möglichst sinnfrei sollte es sein und wurde an allen möglichen Orten zelebriert, fotografiert und ins Internet gestellt.
Je artistischer und halsbrecherischer die Sache ausfiel, desto größer war der Zuspruch der Netzgemeinde. Bis heute existieren zahlreiche Foren, auf denen eine Art Wettkampf im Planken ausgetragen wird.

Das es nicht bei dieser Art Spontanfotografie bleiben würde, war abzusehen. In rascher Abfolge wechselten im Jahre 2011 die absurdesten virtuellen Spontanfoto -Moden im Internet. Meist kamen sie aus Großbritannien.

„Horsemaning“ zeigt nachgestellte und fotografierte menschliche Körper mit abgetrennten Köpfen – freilich als Fake.

„Freezing“ bezeichnet das fotografierte Verharren in einer Bewegung. Mittlerweile gibt es einen kollektiv organisierten „Freezing Day“: Am jeweils 30. April des Jahres verharren viele Menschen auf öffentlichen Plätzen für einige Minuten in Ihrer Bewegung. Tendenz steigend.

Seit einigen Tagen nun etabliert sich eine neue Qualität der sinnfreien bildlichen Darstellung im Netz: „Milking“ nennt sich das jetzt: Dabei schütten sich die jeweiligen Protagonisten Milch im Stehen oder Laufen mutwillig über den Kopf. Meist tun das Studenten. Schon wieder in Großbritannien! Freilich gefilmt mit der Handykamera und anschließend im Internet gepostet.

“Milking” ist das neue “Planking”, eine weitere sogenannte virale Bewegung. Erfunden von einem Studenten Namens Tom Morris.

Doch anders als gedacht stößt die Angelegenheit nicht nur auf wachsende Begeisterung. Sondern auf bisweilen harsche Kritik:

„Trottel! Von zwei ausgekippten Litern Milch kann ein Obdachloser ein paar Tage leben. Und: „In Afrika sogar eine ganze Familie!“
Das steht schon jetzt in vielen Foren und meint mehr als nur westlichen Zivilisationszynismus.

„Schwachsinn in Tüten“ titelte kürzlich eine Website im Netz. Schluss mit lustig.
Sinnfrei geht wohl doch anders.

(Claus Bach)

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