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Tonspur

Tonspur vom 05.01.2013

Wovenhand - The Laughing Stalk - Am Silvestertag hat der Fernsehsender 3sat eine schöne Tradition. Den ganzen Tag laufen dort Konzerte. Sicherlich machen die das auch, weil man dann nicht so viel Personal braucht, und alle sich betrinken können. Als Musikredakteur muss ich natürlich Kritik an der Auswahl der Interpreten üben, da diese durchaus innovativer sein könnte. Denn seit Queen und den Rolling Stones hat sich die Musik durchaus weiterentwickelt - aber es ist nicht mein Sender und wir können es ja besser machen! In diesem Zusammenhang lief auch das Unplugged-Konzert von Udo Lindenberg. Udo singt seine alten Songs und holt sich Unterstützung bei diversen jungen angesagten und gut aussehenden Interpreten, wie Jan Delay, Clueso oder Jennifer Rostock. Mit ihr singt er seinen Song: „Ich mach mein Ding“, den ich irgendwie mag, weil er eine „My Way“ Attitüde hat, „...ich mach mein Ding, egal was die andern sagen...“. Ja Udo, macht sein Ding und alle mögen ihn dafür. Wer jetzt befürchtet, hier wird ein eventuelles neues Album von Udo Lindenberg besprochen, den kann ich beruhigen: Nein, wird es nicht. Die Einleitung zielt auf einen anderen Mann ab, der ebenfalls seinen Weg geht, aber dafür nicht von allen geliebt wird. Ich meine David Eugene Edwards! Anfang der 90er Jahre gründet er seine Band 16Horsepower und spielt mit ihr eine völlig neue Art von Countrymusic. Frei von Kitsch zelebriert die Band die dunkle und energetische Seite dieser Musik. Dazu kommt das Edwards im Auftrag des Herrn unterwegs ist, was ihn immer wieder vergleiche mit einem Prediger einbringt. Vor zehn Jahren löste sich die Band auf und Edwards baute sein Projekt Wovenhand zur Hauptband aus.
The Laughing Stalk , der lachende Strunk, ist nun schon das siebende Album von Wovenhand und trägt dabei auch die Handschrift neuer Mitstreiter. Außer Edwards ist lediglich Ordy Garrison am Schlagzeug vom alten Lineup übrig geblieben. Garrison, der bereits für Slim Cessna und Jay Munly trommelte, der für TARANTELLAs “Dark Horse“ sein Spiel beisteuerte, schwingt bewährt die Klöppel. Die Rhythmussektion und deren ultimativ verdichtete Wucht - stets Teil der WOVENHAND´schen Zauberformel - findet auch auf “The Laughing Stalk“  wieder ihre bewährte Form. Allerdings ist Bassist Pascal Humbert nicht mehr dabei. Er wechselte in den väterlichen Winzerbetrieb. Am Bass ist nun Gregory Garcia jr. und an der Gitarre agiert Chuck French.
Atmosphäre ist alles! So könnte man das Motto beschreiben. Entsprechend souverän wandelt die LP auf der roten Linie zwischen brachialer Sinnflut, ekstatischer Messe und virtuosem Mosaik. Die Detailfülle ist erstaunlich. Allein wie Wovenhand auf "Maize" - dem ruhenden Auge des Sturms - mit ein paar spärlichen Pianotupfern die gesamte Ausstrahlung des Liedes nach Belieben steuert, ist in seiner Filigranität audiophile Weltklasse. Intensiv war die Band schon immer, und zumindest live auch im letzten Lineup oftmals von unglaublicher Wucht, jetzt jedoch wird diese „Heavyness“ erstmals auch in diesem Maße im Studio festgehalten. Wer allerdings denken mag, dass damit etwas von der Detailfreude und der filigranen Instrumentierung der vorherigen Alben verloren geht, wird sich angenehm getäuscht sehen. Auch dank Alexander Hacke, bekannt von den Einstürzenden Neubauten und den Bad Seeds, mit dem sich Edwards in beider Eigenschaft als Gitarristen im neuen Lineup der legendären australischen Band „Crime & The City Solution“ anfreundete - der einen wahren Soundrausch an Gitarren und sonstigen Saiteninstrumenten im finalen Mix erzeugt hat.
Edwards geht seinen Weg und beschert uns Platten wie diese. Danke, und weiter so!
Mit „Long Horn“ startet die Platte und den Song hören wir jetzt!

(dennis klostermann)

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