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Tonspur

Tonspur vom 02.02.2013

The Joy Formidable – Wolf´s Law - The Joy Formidable sind wieder da; so geht das Jahr doch gut los. Vor zwei Jahren brachte die Band ihr eigentliches Debüt The Big Roar heraus, was mich auch dementsprechend wegge–roaaart hat. Vor allem „Whirring” lief bei mir rauf und runter. Begeisternd, aber durch die Länge und Komplexität der Songs war es oft recht sperrig. Ein Debüt einer Band die 1000 Ideen haben und diese alle auf das Album packen wollen. The Joy Formidable üben sich an der wohl beliebtesten wie schwierigsten Herausforderung der Gitarrenmusik: Rock-Lärm plus die perfekte Pop-Hookline.

Gegründet hat sich die Band 2007 im Norden von Wales, von Ritzy Bryan (Gesang, Gitarre), Rhydian Dafydd (Gesang, Bass) und Justin Stahley am Schlagzeug. Letzterer stieg aus und Matt Thomas stieg ein. Singender Gitarrist, Bassist und Schlagzeuger - da war doch was, na klar Muse. Mit denen waren sie in Folge auch auf Tour, als auch mit den Editors und Passion Pit. Und jede dieser Bands mußte sich im Nachhinein anstrengen, denn The Joy Formidable sind live unglaublich intensiv.

Noch im letzten Jahr veröffentlichen sie die neue Single “This Ladder is Ours” mit dem dazu gehörigen Video, in dem uns die Band Einblicke in Ihr Bandleben gibt. Die Drei latschen ewig durch die Wüste, proben in so einem ollen Schuppen, der keine Fenster hat und dann kommt da noch dieser riesige Sandsturm, der mit seiner Wucht durch das Haus tobt. Aber da kennt er die Band schlecht. Alle spielen weiter. Egal wie schmutzig sie sind. Egal wie sehr der Regisseur an der Zeitlupe dreht. Der Song wird zuende gespielt.

Nun ist die ganze Platte veröffentlicht, mit dem Titel “Wolf´s Law”. Das Cover zeigt einen Wolf, der dahin geschieden ist. Vielleicht just dem Wolfsgesetz anheimgefallen, und aus ihm erwächst ein floraler Gruß an uns. Kann auch sein, dass er vor Muttis Blumenvase eingeschlafen ist.
Dass er allerdings vor Muttis Anlage schläft, in der diese Platte gerade läuft ist dann doch recht unwahrscheinlich, denn die Band beginnt mit der eben schon erwähnten Single druckvoll und stürmisch. Powerpop vom Feinsten. Der Bass wummert, das Schlagzeug treibt, die Gitarre noiset und über allem der glasklare Gesang von Ritzy Bryan, die eigentlich ein zartes Persönchen ist. Die Band kennt auch in der Folge nur eine Richtung: Volle Kraft voraus! Ist ja auch Powerpop und nicht Schmuserock. Erst nach dem zweiten, dritten Mal durchhören, merkt man, dass sich auch ein paar ruhigere Songs auf das Album geschmuggelt haben, wie “Silent Treatment” oder der Titelsong “Wolf´s Law”, den man aber etwas suchen muß, weil er der Hiddentrack ist.

Nach der gelungenen Ballade "Silent Treatment" spielt sich das Trio im "Maw Maw Song" dann endlich richtig in rage. Nicht nur, was die Stimmungswechsel anbelangt, kann der fast-7-Minüter getrost als musikalischer Höhepunkt der Platte betrachtet werden; der mit "Forest Serenade" noch einmal eine viereinhalbminütige Verlängerung erfährt.The Joy Formidable haben sich weiter entwickelt. Die Songs sind klarer strukturiert und neben aller Dynamik bauen sie hier und da elektronische Elemente oder auch Geigen und Flöten ein.

Das Thema der Platte ist Nachhaltigkeit, und das nicht nur weil das Cover aus recycelbarem Material besteht, und so ist der Wolf wohl als Gleichnis zu verstehen!
Der Zeigefinger auf das Sterben der Umwelt im Namen des Fortschritts und der Mittelfinger an die böse, gierige und materialistische Welt des Überkonsums, die Schuld an allem ist.
Eine Band mit Haltung. Das finde ich gut und wird von mir unterstützt!

An der Stelle nun “ Forest Serenade”!

(Dennis klostermann)

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