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Tonspur

Tonspur vom 03.03.2013

ME - Even The Odd Ones Out - Me - Even The Odd Ones Out

Was zeichnet wirkliche Grösse im Musikgeschäft aus, zig tausend verkaufte Tonträger oder die Schar von Bands, die durch meine Musik beeinflusst werden. Die Frage nach Kunst oder Kommerz, nach Ruhm oder Geld, ist so alt wie das Musikbusiness selbst, am besten ist natürlich beides.
Für die Band ist natürlich wichtiger, das sie von ihrer Musik leben können, das sie aus dem feuchten Probenraum raus kommen, das sie ganze Stadien füllen, das sie auf den Festivalprogrammen immer grösser geschrieben werden. Eine Band wie MUSE hat genau das geschafft, sie füllen ganze Stadien und sie beeinflussen den Sound vieler junger Bands. Eine Band die MUSE mit Sicherheit beeinflusst hat und sowieso in einer anderen Liga spielt, gespielt hat, ist QUEEN. Ich ziehe mal die Schublade Bombast Rock auf und sehe das sich dort eine neue Band eingeschlichen hat und der Name ist noch kürzer, als der der genannten Band. Me heißt die Band. Ich frage mich gerade ob es da einen Zusammenhang zwischen musikalischen Wahnwitz und kürze des Bandnamens gibt, QUEEN, MUSE, YES und jetzt ME. Mal sehen was da noch kommen mag!

Also Vorhang auf, Licht an, Konfettikanone ab schussbereit, die Showbühne herein gerollt und los gehts. Der Album-Opener “Hoo Ha” stimmt den Ton für die gesamte Platte an, die Band zieht alle Register. Der Zirkus steht vor der Tür und bittet um Einlass. Man sieht förmlich das Fernsehbalett im Stechschritt und Zylinderschwingen an einem vorbei marschieren und davor steht Luke Ferris, der Sänger der Band, das Zepter schwingend. „Weniger ist mehr“ das mag wohl stimmen, aber die Jungs von ME sehen das anders „Mehr ist mehr“ ist deren Leitspruch. Der Name des Albums ist Programm, denn “to be the odd one out” (dt. “aus der Reihe fallen”) beschreibt ziemlich genau die Stilrichtung von “ME”. Knapp formuliert bewegen sich die Jungs irgendwo zwischen orchestralem BritRock und einer poppigen Oper, um das Unwort Musical zu vermeiden. Doch immer treibt und groovt es. So wechseln sich ständig Chöre mit ausgefeilten Gitarren-Riffs ab. Stimmlich erinnert der Sänger an Matt Bellamy von Muse, was ich nicht immer gut finde. Aber wer die alten Platten von MUSE mochte wird sich hier gut aufgehoben fühlen.
In „Working Life“ hört man irgendwie „Bohamien Rapsody“ heraus, auch wenn es keinen expliziten Gesangsmittelpart gibt.
“ME” sind Luke Ferris (Gesang, Gitarre, Piano), Damian Tapley (Lead Gitarre), Michael Godde (Bass) und Spike Rogers (Schlagzeug) und sie kommen nicht aus England, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern aus Melbourne Australien. Produziert wurde“Even The Odd Ones Out” von Simon ‘Barny’ Barnicott sicherlich keine schlechte Adresse, denn schon für z.B. Arctic Monkeys, Kasabian oder The Temper Trap saß er an den Reglern.

Auch lyrisch wenden sich die Australier anspruchsvolleren Themen zu, wie beispielsweise in “Vampire!! Vampire!!”kritisiert die Band das verhassten Reality TV Genre, das sicherlich anderswo genauso grusslig ist wie wir es hierzulande kennen.

Was soll aber nach der Platte kommen, eine Rockoper, ein dreifach Konzeptalbum, bombastischer Sound, noch mehr Orchester, da bleibt wenig Spielraum, Hauptsache sie nehmen sich kein Beispiel an den Kollegen wie Muse oder Killers und entdecken den Stadion Kirmes Rock Sound für sich!
Aber feiern wir erst mal dieses Album, das sicher nicht für Puristen ist, aber wer es etwas dicker aufgetragen mag, der höre hier mal rein!

An der Stelle nun „Your Favourite Colour“

(Dennis Klostermann)

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