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Tonspur vom 21.04.2013

Helldorado - Bones in the Closet - Helldorado – Bones in the Closet

Ich will an dieser stelle mal eine Lanze brechen, für die so oft gescholtene Schublade, dabei ist sie so ein nützliches Ding. Man kann alles reinpacken, kann sie auf und zu machen, kann sich eine erste Meinung bilden.
Die Schublade „Mädchenmusik“ zum Beispiel, ist eine sehr schön geschnitzte und gutriechende. Hier finden sich die Robies, Take thats und Depeche Modes wieder, für die kleine und grosse Mädchen viel Geld ausgeben, auf deren Konzerten bis zur Ohnmacht gekreischt wird und mit ihren Postern ganze Mädchenzimmer tapeziert werden. Ich Bitte sie dieses Bild mit zu nehmen, wenn ich zur nächste Schublade komme.
Nach der Schublade „Männermusik“ sucht man schon länger, es ist nicht die auf der steht „Musik für Jungs“, in der sich leichtbekleidete Girlies tummeln, wie die Pussycat Dolls, ich meine das alte knartzige Ding in der ich eine Band wie Helldorado finde!
Hell Year verdammt nochmal, und ab jetzt will ich keinen Scheiß hören von wegen das ist doch alles Klischee, natürlich ist es das, aber es sind Männerklischees verdammt nochmal! Entschuldigung für das ständige Fluchen gehört eben dazu.
Treten sie ein in die Welt von Helldorado! Ja hier ist immer Sonnenuntergang und alles ist in sebia angemalt. Männer reden in einem tiefen Tonfall, wenn sie überhaupt reden.
Tombstone, Arizona. Das ist einer jener mythischen Orte, an denen der Wilde Westen mit all seinen Klischees greifbar war. Doch statt des erhofften Eldorados, wo Gold und Reichtum auf die Siedler warten, fanden viele im trockenen Wüstensand von Tombstone lediglich ihr 'Helldorado'. Das zumindest schrieb 1881 ein desillusionierter Bergmann in der lokalen Zeitung. Ein Begriff, der Tombstone anhaftet und seit 1929 gar Anlass zu einem jährlichen Western-Fest gibt. 
Die Kunde davon muss bis ins eisige Norwegen gedrungen sein, wo sich 2002 die Band Helldorado gründet. Sänger und Gitarrist Dag Vagle, Gitarrist Bard Halsne, Basser Hans Wassvik und Drummer Morten Jackman gehören von Beginn an zur Formation. Wie schon bei den drei Vorgängern präsentieren Helldorado eine staubige Mischung aus Rock'n'Roll, Country, Surf und Tex Mex-Grooves.
Die Atmosphäre, die Helldorado entwerfen, saftig instrumentiert mittels Orgel, Mandoline, Bläsertrio, Streichquartett, Zither, Piano und Low Whistle (rund um Gitarre, Bass, Schlagzeug natürlich), nimmt einen vom ersten bis zum letzten Ton gefangen. Das liegt auch daran, dass die Norweger nicht wie Tito & Tarantula ausschließlich im Titty Twister spielen oder wie Chris Isaak nur über den „lonely highway“ schleichen. Dieser Tage kommt nun „Bones in the closet“ heraus.
In jedem Stück erzählen sie mit ebenso lässigen wie wohlgesetzten Worten eine eigene Geschichte, und jede Episode dieses charmanten Ritts ist so arrangiert, dass sie keiner anderen gleicht.Wieder ist jeder Song eine Welt in sich, und schon die Titel verraten wo es hingeht - „Lost Highway Hotel“, Johnny´s Song, Two Headed Horseman,
Wenn Männer weinen könnten, dann bei Songs wie „Times of trails“ Its Times Of Trouble, Its Times Of Violence ,Its Times Of Fever, Its Times Of sorrow, he lives for Tomorrow – yes, so siehts nämlich aus, in unsere Welt, der weichen Kerne und der harten Schalen!
Ein Kakteenfeld im Niemandsland der Wüste. Ein Motel mit Trennwänden aus verschnörkeltem Gusseisen, vor dessen Zimmertür die ganze Nacht ein Eiswürfelautomat summt, während eine defekte Neonleuchte geräuschvoll flackert.
Kurzes Fazit: Ich liebe diese Band, ich liebe jedes dramatisches Klischee und ich liebe die Abgründigkeit ! Hell Year!

(Dennis klostermann)

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