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Kommentar

Kommentar vom 21.06.2007

Zugebissen - Die Staatstheater-Lösung für's DNT Weimar - Von wegen: „Den Letzten beißen die Hunde.“ Nicht nur mit dieser Prophezeiung hat Thüringens Kultusminister Jens Goebel völlig daneben gelegen. Unter den Theatern des Landes war das aus Weimar das letzte, das noch ohne Perspektive gewesen ist. Gebissen wurde es aber nicht. Es wird jetzt sogar von allen Seiten liebkost, gehätschelt und getätschelt. Und eine kleine Taschengeld-Erhöhung ist auch noch drin: zwei Millionen Euro mehr, insgesamt.
Den tödlichen Biß in die Kehle haben andere abbekommen, die Kollegen vom Landestheater Eisenach. Nur dort konnte die Landesregierung in aller Härte ihre Pläne durchsetzen, die sie vor einem Jahr auf den Tisch gelegt hatte.
Das allerdings hat auch am Eisenacher Oberbürgermeister Matthias Doht gelegen, ein Mann der SPD, der bei seiner ersten Bewährungsprobe durchgefallen ist.
Gleiches trifft übrigens auf seinen Weimarer Amtskollegen zu. Auch SPD-Oberbürgermeister Stefan Wolf hat die denkbar schlechteste Figur gemacht in den Auseinandersetzungen mit Landesregierung und mit der Stadt Erfurt. Nie hat er die Theaterfusion wirklich ausgeschlossen. Zuletzt willigte er gar in ein Holdingmodell ein, daß dieser Fusion Tür und Tor geöffnet hätte.
Öffentlich behauptete Wolf allerdings, gerade dieses Modell würde die Fusion verhindern.
Das ist ein durchsichtiges Täuschungsmanöver gewesen.
Die Krönung des Ganzen ist jetzt, wenn sich der Oberbürgermeister den Erfolg dieser Tage an die Brust heften will. Er freue sich, daß Ministerpräsident Althaus auf seine Vorschläge eingegangen ist, sagt Wolf. Dabei ist geradezu augenfällig, daß ausgerechnet zu einem Zeitpunkt Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen kam, als der Oberbürgermeister mehrwöchige Ferien in der kanadischen Wildnis machte.
Die Staatstheater-Lösung kam zustande, weil in der CDU inzwischen die Fronten aufgebrochen waren. Die Althaus-Regierung und die Althaus-Partei sind längst nicht mehr eins. Deshalb konnten die Weimarer Christdemokraten hier endlich mal beweisen, daß sie mehr sein können als bloß die Befehlsempfänger aus Erfurt. Und Dieter Althaus hat das begriffen. Der arme Hund in dem Spiel ist jetzt Jens Goebel, der andere beißen wollte, jetzt aber von Herrchen Dieter getreten wird. Goebel war in der Theaterdebatte nie Herr der Lage, immer nur der willenlos Getriebene.
Zumindest am Weimarer Nationaltheater hat sich die Landesregierung zum wiederholten Male die Zähne ausgebissen.

(Michael Helbing)

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